Roger Detournay

„Ohne Hass, aber mit Erinnerungen für den Frieden kämpfen.“


Roger Detournay wird am 21. August 1926 in Euskirchen geboren. Sein Vater gehört zur französischen Besatzung der Rheinlande nach dem I. Weltkrieg. Später übersiedelt die Familie Detournay nach Frankreich, in die Nähe von Chartres. Nach dem Schulbesuch beginnt Roger eine Ausbildung als Dreher. 1940 überfällt Hitler-Deutschland den Norden Frankreichs und besetzt auch die Gegend um Chartres.

Der 16-jährige Roger schließt sich der französischen Widerstandsbewegung FTP an. Er verteilt Flugblätter mit antideutschem Inhalt. Bald beteiligt er sich an Sabotageakten, Attacken gegen deutsche Wehrmachtssoldaten, hilft denen, die sich dem Besatzungsregime verweigern, ist bei Angriffen auf Rathäuser und beim Legen von Bränden dabei.

6. Juli 1944 Einen Monat nach der Landung der Alliierten bei Dünkirchen wird Roger von deutschen Soldaten bei einer Kontrolle festgenommen. Er kommt in das Gefängnis von Chartres.

Ende Juli 1944 Bei einem der vielen Verhöre muss er ein „Urteil“ unterschreiben – er und seine Mitgefangenen halten dies für ein Todesurteil und warten auf ihre standrechtliche Erschießung.

Anfang August 1944 Er wird in ein Gefängnis in Paris gebracht.

15. August 1944 Roger geht mit einer Gruppe Widerstandskämpfer „auf Transport“. Sie müssen sich nackt ausziehen und werden zu 90 Gefangenen in Viehwaggons verladen. Es ist der letzte Transport, der aus dem besetzten Paris nach Deutschland abgeht.

20. August 1944 Nach einer Fahrt durch Frankreich und Deutschland erreicht der Zug das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Rogers Häftlingsnummer ist: 77.923. Er muss Leichen ins Krematorium bringen. Seine Füße sind immer voller Blut.

Ende August 1944 Im KZ Buchenwald sucht man für Sonderaufgaben speziell ausgebildete Arbeiter, vor allem Dreher und Fräser. Roger meldet sich dafür.

September 1944 Als gerade 18-Jähriger kommt er zur Zwangsarbeit in das KZ-Außenlager „Rebstock“ bei Dernau an der Ahr. In einem Tunnel muss er 12 Stunden lang für die „Wunderwaffe“ V 2 arbeiten. Untergebracht sind die Häftlinge in Baracken auf dem Bahndamm.

November 1944 Mit Zunahme des Luftkriegs wird die Produktion der V 2 im Lager „Rebstock“ eingestellt.

14. Dezember 1944 Roger wird von Dernau mit 90 anderen Häftlingen ins KZ-Außenlager Artern in Thüringen „verladen“.

Januar 1945 Die Häftlinge müssen in Artern ihre Zwangsarbeit für die V 2 fortsetzen.

Anfang April 1945 Das KZ-Außenlager Artern wird aufgelöst. Das SS-Wachpersonal treibt die überlebenden Häftlinge auf den „Todesmarsch“ in Richtung Tschechoslowakei. Viele Häftlinge sterben an Entkräftung oder werden von der SS „liquidiert“.

11. Mai 1945 Roger Detournay überlebt den „Todesmarsch“ und wird – drei Tage nach der Kapitulation von Hitler-Deutschland – in der Tschechoslowakei befreit.

Nach der Befreiung kehrt er nach Frankreich zurück. Als Widerstandskämpfer erfährt er in seiner Heimat viele Ehrungen. 60 Jahre später, im Sommer 2005, besucht er wieder Dernau, den Ort seiner Verfolgung und Zwangsarbeit. Bald darauf,

Anfang November 2005, stirbt Roger Detournay an einer tückischen Krankheit.

 

 


 

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