Familie Wilhelm Schürmann

 

„Ich habe es aus dem Grunde getan, weil ich glaubte, meinem Schöpfer damit zu dienen.“

 

Der erste Zeuge Jehovas in der Familie Schürmann, die in Moers und Umgebung lebt, ist der 1882 geborene Vater Wilhelm. 1913 schließt er sich den so genannten Ernsten Bibelforschern an. Seine drei älteren Söhne werden ebenfalls Zeugen: Wilhelm (geb. 1909), Heinrich (geb. 1912) und Friedrich (geb.1922). Sohn Wilhelm ist mit der Glaubensschwester Elisabeth verheiratet.

April 1935 Vater Wilhelm wird beobachtet, wie er mit religiösen Schriften von Haus zu Haus geht. Gegen ihn wird ein Strafverfahren wegen „verbotener Tätigkeit“ eingeleitet.

3. September 1935 Ohne Haftbefehl kommt er in „Schutzhaft“ und ins KZ Esterwegen/Emsland.

Weihnachten 1935 Er wird aus dem KZ entlassen, weil seine Frau krank ist und er zwei kleine Kinder hat.

April 1936 Sohn Wilhelm wird festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Vater Wilhelm erhält wegen des Vorfalls im April 1935 sechs Monate Gefängnis. Sohn Wilhelm wird mit drei Monaten Gefängnis bestraft.
Dezember 1936 Die „Luzerner Resolution“ der Zeugen Jehovas wird reichsweit verteilt. Der älteste Sohn Wilhelm und seine Frau Elisabeth verbreiten sie in Düsseldorf. Wilhelm wird festgenommen, es ergeht Haftbefehl, er wird angeklagt und zu 1 ½ Jahren Gefängnis verurteilt.

20. Juni 1937 Im ganzen Deutschen Reich wird ein „offener Brief“ verbreitet, der die Verfolgung durch das NS-Regime anprangert. Verteiler sind auch Vater Wilhelm, Sohn Heinrich und Schwiegertochter Elisabeth.

Anfang Juli 1937 Vater Wilhelm und Sohn Heinrich werden festgenommen. Die Strafe lautet auf 1 ½ Jahre bzw. 10 Monate Gefängnis. Vater Wilhelm wird das Sorgerecht für seine jüngsten Kinder Rudolf und Ruth entzogen. Die Kinder von Sohn Heinrich, Heinz und Alma, werden ihrer Mutter weggenommen und in ein Kinderheim gesteckt.

Januar 1938 Schwiegertochter Elisabeth wird zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.

21. Juli 1938 Sohn Heinrichs Strafe ist verbüßt. Er wird aber nicht freigelassen, sondern in das KZ Buchenwald überführt. Bruder Wilhelm folgt ihm aus der Haft ins KZ Buchenwald nach.

April 1939 Vater Wilhelm wird verhaftet und kommt ins KZ Sachsenhausen bei Berlin.

6. Februar 1940 Im KZ stirbt Vater Wilhelm an Erfrierungen.

Mai 1940 Die Söhne Wilhelm und Heinrich werden in das Außenlager (später selbständiges KZ) Wewelsburg/Niederhagen verlegt, später bringt man Wilhelm ins KZ Ravensbrück.

29. Mai 1942 Der Sohn Friedrich, der den Fahneneid ablehnt, wird wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ vom Reichskriegsgericht bestraft.

4. August 1944 Der Volksgerichtshof verurteilt die Schwiegertochter Elisabeth zu sechs Jahren Zuchthaus.
Die drei Söhne Wilhelm Schürmanns und seine Schwiegertochter Elisabeth sowie seine Enkelkinder überleben den Naziterror. Das Enkelkind Heinz lebt mit seiner Familie seit ca. 1960 in Mayen. Er und seine Angehörigen sind sehr aktive Zeugen Jehovas.

Foto: Jehovas Zeugen in Deutschland

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

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