Heinrich Herbener

„Wenn auch die Bibelforscher heute verboten sind, so kann mir meinen Glauben als Bibelforscher niemand nehmen.“

Heinrich Herbener wird im Jahre 1892 in Düsseldorf geboren. Er ist verheiratet, aus der Ehe geht ein Sohn hervor. Die Familie lebt in Idar-Oberstein. Herbener schließt sich den Ernsten Bibelforschern (Zeugen Jehovas) an und lässt sich im Jahr 1925 taufen. Er ist Vertreter und vertreibt später auch die Zeitschrift „Das Goldene Zeitalter“.

24. Juni 1933 Nach dem Verbot der Zeugen Jehovas muss er seine Reisetätigkeit einstellen. Bis auf kurze Unterbrechungen ist Herbener arbeitslos. Er ist aber weiterhin für die Zeugen Jehovasaktiv. Er weigert sich aus religiöser Überzeugung, „Heil Hitler“ zu sagen, und lehnt den Wehrdienst ab.

Sommer 1936 Heinrich Herbener findet vorübergehend in der Landwirtschaft eines Glaubensbruders Arbeit. Dann ist er mit Heimarbeit beschäftigt.

8. Mai 1937 Er wird von der Gestapo verhaftet. Man nimmt ihn in Polizeihaft, dann in Untersuchungshaft und strengt ein Ermittlungs- und Strafverfahren gegen ihn an.

23. Juni 1937 Herbener wird mit einem Sammeltransport vom Gefängnis Kirn in das Gerichtsgefängnis in Koblenz überstellt.

20. Juli 1937 Das in Koblenz tagende Sondergericht Köln verurteilt sechs Zeugen Jehovas von der Nahe und vom Hunsrück „wegen Betätigung für die Internationale Bibelforscher-Vereinigung“. Einer von ihnen ist Heinrich Herbener. Er wird zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Herbst 1937 Nach Verbüßung der Strafhaft wird er nicht entlassen. Er kommt in „Schutzhaft“ und wird im Polizeigefängnis von Koblenz festgehalten.

12. Februar 1938 Herbener wird von Koblenz ins Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar verschleppt. Dort erhält er die Häftlingsnummer 2107. Im KZ wird er als Zeuge Jehovas sofort der Strafkompanie zugeteilt und gegen ihn ein neunmonatiges Schreibverbot verhängt. Auch danach darf er nur einen Text mit 21 Zeilen versenden. Unter äußerem und innerem Druck wendet sich seine Frau von ihm ab und lässt sich scheiden.

7. März 1941 Herbener kommt „auf Transport“ auf die Wewelsburg bei Paderborn. Nach den Vorstellungen des Reichsführers-SS Heinrich Himmler soll er mit anderen Zeugen Jehovas die Burg zu einer gigantischen NS-Kultstätte um- und ausbauen. Dafür wird ein selbständiges Konzentrationslager eingerichtet, das KZ Niederhagen.

April 1943 Als die SS das KZ Niederhagen auflöst und nur noch ein kleines Arbeitskommando auf der Wewelsburg zurückbleibt, wird Heinrich Herbener weiter verschleppt in das KZ Ravensbrück.

28. Februar 1945 Mit rund hundert anderen Zeugen Jehovas wird er einem Außenkommando zugeteilt, das auf einem SS-Gut arbeitet. Dort können sie sich abends zum Bibelstudium treffen.

Mit der Befreiung des KZ Ravensbrück wird auch Heinrich Herbener frei.

Nach Idar-Oberstein zurückgekehrt, muss er feststellen, dass seine geschiedene Ehefrau den gesamten Besitz an sich genommen hat – sie hatte nicht damit gerechnet, dass Heinrich Herbener das Konzentrationslager lebend verlassen werde. Aber er hat überlebt und ist bis zuletzt seinem Glauben treu geblieben.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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