Informationen 2017

Vortrag unseres stellvertretenden Vorsitzenden in Nickenich

 

Aus Anlass der 75. Wiederkehr der ersten Deportationen von Juden aus Koblenz und Umgebung im Jahr 1942 war unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig Gastreferent beim Geschichtsverein in Nickenich. Hennig begann seinen mit einer Powerpoint-Präsentation gestützten Vortrag mit der 1. Deportation am 22. März 1942, von der auch die Eheleute Alfred und Ida Stern betroffen waren. Die Sterns waren Juden, die lange Jahre in Nickenich gewohnt hatten, dann aber in die scheinbar anonymere Großstadt Koblenz übersiedelten. Aber auch dort hatten sie keine Sicherheit und wurden mit 336 anderen Menschen aus Koblenz und Umgebung „nach dem Osten“ und in den Holocaust verschleppt. Von der Vernichtung der Juden kam Hennig dann auf die Anfänge der Verfolgung durch die Nazis und ihre Helfer zu sprechen und stellte die Verfolgung und den Widerstand in der ganzen Breite und Vielfalt dar.

 

Lesen Sie dazu HIER den Bericht in Blick aktuell – Ausgabe Pellenz – vom 11. Oktober 2017

 

 


 

Erinnerung an KZ-Außenlager

Quälend lange hat es gedauert, bis in der Umgebung von Koblenz über die Stätten des Naziterrors recherchiert und aufgeklärt wurde. Jahrzehnte lang kümmerte sich niemand um zwei Außenlager von Konzentrationslagern ganz in unserer Nähe: das Außenlager Marienthal/Dernau des Konzentrationslagers Buchenwald und das Außenlager Bruttig/Treis des Konzentrationslagers Natzweiler.

Im Jahr 2005 war es dann unser Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., der einen der letzten Häftlinge des Außenlagers Marienthal/Dernau, den ehemaligen französischen Widerstandskämpfer Roger Detournay, aufspürte und ihn zusammen mit seiner Tochter zu einem dreitägigen Besuch in Koblenz und an der Stätte seiner Verfolgung einlud. Dies nebst ausführlicher Berichterstattung darüber und die Arbeit des Militärhistorikers Wolfgang Gückelhorn waren die Initialzündung für eine weitere Beschäftigung mit dem KZ-Außenlager an der Ahr. Im Jahr 2015 bildete sich schließlich eine Initiative für eine Erinnerungsstätte „Lager Rebstock“. Anders als die unscheinbare, im Jahr 1987 in den Weinbergen am Rotwein-Wanderweg  angebrachte Gedenktafel wird nun sehr eingehend und eindrucksvoll über das damalige Geschehen und die Opfer informiert. Die Gedenkstätte erstreckt sich über den Bereich zwischen den Portalen der beiden ehemaligen Eisenbahntunnel Kuxberg und Trotzenberg. Der heute nicht mehr vorhandene Bahndamm zwischen den beiden Tunnelportalen wird durch eine Allee aus 16 Obstbäumen angedeutet. An den Bäumen werden Tafeln mit den Namen und Schicksalen einzelner Opfer angebracht. Im Zentrum der Anlage steht ein Pavillon mit sechs Informationstafeln zur Geschichte des Lagers und der Zwangsarbeiter. Die Erinnerungsstätte, die vom Bürgerverein Synagoge Ahrweiler getragen wird, wird offiziell am Donnerstag, dem 9. November 2017, um 11 Uhr eingeweiht.

 Lesen Sie dazu: 

http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/ahr-und-rhein/mehr-ahr-und-rhein/Info-Pavillon-zum-KZ-Au%C3%9Fenlager-er%C3%B6ffnet-im-November-in-Dernau-article3664881.html?f=111

Noch quälender und beschwerlicher war und ist das Erinnern an das KZ-Außenlager Bruttig/Treis an der Mosel, in der Nähe von Cochem. Es war der Koblenzer Schriftsteller und Buchhändler Ernst Heimes, er als erster nach diesem „Lager Zeisig“ recherchierte und seine Ergebnisse literarisch in dem Buch „Ich habe immer nur den Zaun gesehen. Suche nach dem KZ-Außenlager Cochem“ publizierte. Diese wichtige Arbeit hatte aber keine Konsequenzen vor Ort – bis 2016 der Treis-Kardener Guido Pringnitz nach einer umfangreichen Recherche die Dokumentation zum Treis-Bruttiger Tunnel und zum Außenlager Kochem-Bruttig-Treis mit dem Titel „Deckname ‚Zeisig’“ der Öffentlichkeit vorstellte. Seitdem tut sich auch vor Ort einiges.

Jetzt lädt der Landrat des Landkreises Cochem-Zell Manfred Schnur zu einem Vortrag des namhaften Antisemitismus- und NS-Forschers Prof. Dr. Wolfgang Benz, Berlin, mit dem Thema „Die Errichtung von KZ-Außenlagern zur Aufrechterhaltung der Rüstungsproduktion 1944/45 im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager" ein. Der Vortrag findet am Dienstag, dem 17. Oktober 2017, um 18.00 Uhr (im Anschluss an die Vorstellung des Heimatjahrbuchs Cochem-Zell) im Pater-Martin-Saal des Kulturzentrums Kapuzinerkloster Cochem statt. In seiner Einladung schreibt Landrat Schnur u.a.:

„In unserem schönen und lebenswerten Landkreis geraten oftmals die nicht so schönen Zeiten unserer Vergangenheit in den Hintergrund. Daher ist es mir wichtig, die Erinnerungsarbeit zum KZ-Außenlager Bruttig-Treis zu betreiben und zu unterstützen".

Das KZ-Außenlager „Kochem-Bruttig-Treis" wurde 1944 an den beiden Enden des Tunnels zwischen Bruttig und Treis errichtet. Dort mussten Häftlinge für die Rüstungsmaschinerie der Nazis arbeiten; u. a. wurden Zündkerzen für Flugzeugmotoren der Firma Bosch hergestellt. Die letzten Akten vom 29. September 1944 behandeln den Transport von 1.081 Häftlingen ins KZ Buchenwald. Auf Initiative des Kreischefs beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema „Gedenkarbeit zum KZ-Außenlager Bruttig-Treis".

Lesen sie dazu:

https://www.cochem-zell.de/kv_cochem_zell/Aktuelles/Nachrichten%20aus%20der%20Verwaltung/Heimatjahrbuch%202018%20wird%20vorgestellt/

sowie   

https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/mittelmosel_artikel,-gedenkort-soll-an-kzaussenlager-bruttigtreis-erinnern-_arid,1674612.html


Informationen und Anmeldung zum Vortrag von Prof. Dr. Benz:

Kreisverwaltung Cochem-Zell
Kreisvolkshochschule
Anna Schmitz
Tel.: 02671-61-462
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 


 

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