Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Informationen von 2018

Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig bei der Erinnerungsfeier auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach.

Am 7. April 2018 erinnerte die Kreisvereinigung Mainz/Bingen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten an die Errichtung des Mahnmals für die Opfer des Faschismus auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach vor 70 Jahren. Es war und ist wohl das erste nach der Befreiung vom Faschismus errichtete öffentliche Mahnmal für die NS-Opfer. Der Grundstein dazu wurde am 21. März 1948 gelegt und die Einweihung fand am 1. August 1948 statt. In einer sehr würdigen und recht gut besuchten Veranstaltung erinnerte die VVN/BdA an diese Dokumentation des Antifaschismus vor 70 Jahren. Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig hielt dabei für die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz eine Ansprache.

 

Der „Jubilar“, der Gedenkstein, war neu hergerichtet und mit Blumen und Porträts von NS-Opfern aus der Region geschmückt. In neuem Glanz erstrahlte seine Inschrift: „Zum Gedenken an die unsterblichen Opfer des Faschismus 1933 – 1945“.

Umrahmt wurde die Gedenkfeier vom Trio Klezmers Techter, das die Gäste bei strahlendem Sonnenschein mit kraft- und schwungvoll vorgetragenen Musikstücken einstimmte.


 


Die Sprecherin der Kreisvereinig ung der VVN/BdA Anne Waninger (Foto rechts) begrüßte die Gäste, unter ihnen
Angehörige von NS-Opfern und langjährige Mitglieder der VVN/BdA, wie insbesondere die langjährige Vorsitzende der Vereinigung Sybille Meisenzahl-Michel. Anne Waninger gab einen Abriss der wechselvollen Geschichte, das dieses Mahnmal in den 70 Jahren erfahren hat. Sie spannte den Bogen von der Rede, die der Domkapitular Schwalbach, selbst ehemaliger KZ-Häftling, zur Grundsteinlegung 1948 hielt, und der Erklärung des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Mainz, Dr. Kraus, das Mahnmal in die Obhut der Stadt zu nehmen, über die Verstümmelung des Steins durch die Ersetzung des „Winkels“ dort durch ein Kreuz und die schließliche Ergänzung durch einen zusätzlich angebrachten „Winkel“. Die Rednerin sprach auch die aktuelle Bedeutung des Mahnmals an und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Stadt Mainz für eine Wiederherstellung des Steins in seiner ursprünglichen Gestaltung Sorge tragen werde.

 

 

 

Oberbürgermeister Michael Ebling (Foto links) hob in seinem Grußwort die immer wichtiger werdende Bedeutung solcher Mahnmal und Gedenkorte hervor, in einer Zeit, in der die NS-Opfer als Zeitzeugen nicht mehr zur Verfügung stehen. Geblieben ist aber – so Ebling weiter – das Vermächtnis der Opfer, gerade auch die Mahnung zur Völkerverständigung. Dazu zitierte er auch aus dem Dokument, das in das Fundament des Steins eingemauert ist: „Die VVN sieht es als ihre Ehrenpflicht an, den 11 Millionen Toten aller Nationen, die durch das Naziregime hingemordet wurden, einen bleibendes Ehrenmal auf dem Waldfriedhof Mainz-Mombach zu errichten. Aus der Bruderschaft der Nationen, die im Zuchthaus und Konzentrationslager wuchs, sollte eine neue Ära der Völkerverständigung und des Völkerfriedens entstehen.“

 

 

 

 

In seinem Grußwort nahm Peter Waldmann (Foto rechts) als Vertreter des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz den Bezug zur aktuellen politischen Situation auf. Er warnte, die rechtspopulistischen und rechtsextremen Tendenzen zu ignorieren. Vielmehr müssten wir alle uns mit diesen uns so aufgezwungenen Themen und Verhaltensweisen auseinandersetzen und ihnen die Verfolgungsgeschichte und die Ideale der NS-Opfer entgegenhalten.

 

 

 

 

 

Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig kam als Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft in seiner Ansprache noch einmal auf die Geschichte des Gedenksteins und der NS-Opfer zurück. Er erinnerte daran, dass der Waldfriedhof von den überlebenden des NS-Regimes bewusst als Gedenkort ausgewählt wurde, denn hier wurden viele Opfer aus dem ganzen Land Rheinland-Pfalz begraben. Zuvor waren sie von den Nazis in das Mainzer Krematorium gebracht und dort eingeäschert worden. Dann vergrub man die Urnen im Feld 35. Indem er beispielhaft an das Schicksal des im KZ-Außenlager Cochem erhängten ehemaligen russischen Kriegsgefangenen Wadim Krutalewicz erinnerte, gab er diesen ihren Namen und ein Gesicht zurück. Außerdem berichtete Hennig von der Einweihungsfeier des Mahnmals am 1. August 1948 und der dabei gehaltenen Rede des ersten Vorsitzenden der VVN Alfred Knieper.

 

 

 

 

Lesen Sie nachstehend die Ansprache unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig:

 

Vortrag zur Veranstaltung „70 Jahre Mahnmal für die Opfer des Faschismus“

am 7. April 2018 auf dem Waldfriedhof von Mainz-Mombach

von Joachim Hennig

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ebling,

sehr geehrte Frau Waninger,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

ich freue mich sehr, als Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz hier am Gedenkstein für die Opfer des Faschismus sprechen zu können. Es ist meines Wissens das erste Mal und sicherlich ein sehr gutes Zeichen, dass ein Vertreter der LAG auf einer Veranstaltung der VVN-BdA zu Wort kommt. – Mit meinen Beitrag möchte ich noch einmal auf die Zeit vor 70 Jahren zurückkommen und einen Bogen zum Heute spannen.

Die Antifaschisten vor 70 Jahren hatten mit Bedacht den Waldfriedhof hier in Mainz-Mombach als Gedenkort für die NS-Opfer ausgewählt. Wie wohl kein anderer Ort im heutigen Rheinland-Pfalz war er dazu prädestiniert. Denn hier wurden sehr viele NS-Opfer aus dem ganzen Land begraben. Das waren nicht nur Opfer aus Mainz und Umgebung, sondern auch aus dem übrigen Rheinhessen, aus der Pfalz und auch aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Der Grund für die Konzentrierung der Opfer hier lag darin, dass es damals in Mainz ein gut arbeitendes Krematorium gab. Dorthin wurden die Leichen aus dem ganzen Land hingekarrt und eingeäschert; dann wurden die Urnen auf diesem Friedhof begraben.

Die Zahl dieser Toten kenne ich nicht. Einige von ihnen sind mir aber namentlich bekannt und ich möchte sie heute dem Vergessen entreißen, ihnen einen Namen und ein Stück ihrer Lebensgeschichte zurückgeben. Begraben sind hier u.a. 13 Häftlinge des KZ-Außenlagers Cochem, die am 20. Juni 1944 nach einem Fluchtversuch in den beiden Teillagern Bruttig und Treis durch Erhängen getötet wurden. Einer von ihnen war der 20-jährige Wadim Krutalewicz. Wadim war Russe und stammte aus einem Dorf im Kreis Mogilew in Weißrussland. Er war Soldat der Roten Armee, kam in Kriegsgefangenschaft und in das Konzentrationslager Lublin. Von dort aus überstellte man ihn am 6. April 1944 mit 685 meist Polen und Russen in das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof bei Straßburg im Elsaß. Man brachte ihn und die anderen unmittelbar in das KZ-Außenlager von Natzweiler nach Cochem und von dort in das Teillager Bruttig. Eine Woche später floh er mit weiteren Häftlingen aus dem Lager, wurde aber schon wenige Tage später mit weiteren Flüchtigen wieder aufgegriffen. Am Morgen des 20. Juni 1944 wurde er im Lager Bruttig ermordet.

Zuvor waren im Lager Treis sieben wieder gefasste Häftlinge hingerichtet. Ein Zeitzeuge, ein am Rande beteiligter Bauunternehmer, berichtete später über die Hinrichtung in Treis:

Gegen 9.00 Uhr an diesem Morgen kam aus Koblenz ein Lkw, auf dem sich die Häftlinge befanden. Angehörige der Gestapo Koblenz begleiteten den Lkw. Ich weiß genau, dass die Beamten von der Gestapo Koblenz waren, da mir ein Teil der Leute vom Ansehen her bekannt war und ich diese schon öfter im Lager gesehen hatte.

Wie die eigentliche Exekution vor sich gegangen ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß also nicht, wer die Häftlinge aufgehängt und die Böcke umgestoßen hat. Als die Frühstückspause (meiner Bauarbeiter) zu Ende war und wir an unsere Arbeit gingen, waren die großen Flügeltüren an der Halle, vermutlich absichtlich, weit aufgestellt und wir konnten sieben Häftlinge an ihren Stricken hängen sehen. Erst jetzt erfuhr ich, dass die anderen Häftlinge nach Bruttig gebracht worden waren. Sie wurden hier (also in Bruttig) an einem Träger, der zwischen zwei Baracken angebracht war, gehängt. Die Exekution in Treis hat etwa eine halbe Stunde gedauert. Nach der Erhängung der Häftlinge bekam ich von dem SS-Führer den Befehl, vier sargähnliche Kisten zimmern zu lassen. In jede Kiste sollten zwei Häftlinge gelegt werden. Meine Zimmerleute haben auch diese Kisten gebaut. Wer die Häftlinge abgeschnitten und in die Kisten gelegt hat, weiß ich aber nicht.

Die ermordeten Häftlinge sind dann mit Lkw nach Mainz zum Krematorium gebracht worden.

Soweit der Bericht des Zeitzeugen über die Ermordung von sieben KZ-Häftlingen im Teillager Treis. Ganz ähnlich war die Hinrichtung der sechs Häftlinge im Teillager Bruttig. Anders als in Treis, wo die Hinrichtung hinter verschlossenen Türen erfolgte, wurden die Häftlinge in Bruttig an Trägern zwischen zwei Baracken und damit öffentlich erhängt. Auch diese Opfer, wie auch der erwähnte russische Kriegsgefangene Wadim Krutalewicz, wurden nach Mainz überführt und im Krematorium eingeäschert. Dann brachte man die Urnen hier zum Friedhof und vergrub sie am 24. Juni 1944 im Feld 35.

Wadim und Millionen andere sowjetrussische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter waren Opfer des Vernichtungskrieges Hitler-Deutschlands gegen die Sowjetunion. Immerhin hatten diese und andere NS-Opfer wenigstens ein Grab. Millionen von Opfern, gerade die jüdischen Opfer des Holocaust, hatten nicht einmal das. Zur Erinnerung an sie alle hat vor 70 Jahren die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes dieses Mahnmal für die Opfer des Faschismus errichtet.

Der Grundstein für das Mahnmal wurde – wie wir soeben gehört haben – am 21. März 1948 gelegt. Die Einweihung war am 1. August 1948. Als Redner bei der Einweihung war von der VVN des Stadt- und Landkreises Mainz Alphonse Kahn vorgesehen.

Gedenkstein für die Opfer des Faschismus auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach bei der Einweihung am 1. August 1948,
rechts oben mit dem "Winkel" der KZ-Häftlinge und dem Schriftzug "VVN".

Alfons Kahn, später nannte er sich Alphonse, war Jude, Kommunist und Jurist – eine ungewöhnliche Konstellation. Bevor er sein Jurastudium beenden konnte, musste er 1933 aus Deutschland fliehen. Er ging nach Frankreich und war dort exilpolitisch aktiv. Nach Kriegsbeginn wurde Alphonse Kahn – wie viele andere Deutsche auch – in Frankreich interniert, zunächst im Konzentrationslager Le Vernet, dann in anderen Lagern. Als er später frei kam, schloss er sich der Résistance an, war als „getarnter „Franzose“ bei der deutschen Wehrmacht und sammelte Informationen über das deutsche Militär. Alphonse Kahn war auch Mitglied der Bewegung „Freies Deutschland für den Westen“. Als ihm die Enttarnung drohte, kehrte er im Auftrag der Westleitung der KPD nach Deutschland zurück und war weiter illegal tätig.

Nach der Befreiung wurde er Verwaltungsrat der Stadt

Ludwigshafen sowie Leiter der Betreuungsstelle für die Opfer des Faschismus und Leiter der Landesbetreuungsstelle für die Opfer des Faschismus in Neustadt an der Weinstraße. Zugleich setzte Alphonse Kahn seinen antifaschistischen und demokratischen Kampf fort und war Vertreter der KPD im Unterausschuss der Gemischten Kommission für Verfassungsfragen und Mitglied der Landesleitung der KP Hessen-Pfalz. 1947 wurde er Referent in der Entschädigungsabteilung des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen und gleichzeitig Leiter des Landesamtes für Wiedergutmachung sowie Mitglied der Landesleitung der KPD Rheinland-Pfalz.

Alphose Kahn konnte aber zur Einweihung des Mahnmals an jenem 1. August 1948 nicht sprechen. Auf sein Bitten hin hielt Alfred Knieper in dessen Vertretung und namens der Landesregierung die Ansprache.

Alfred Knieper war ebenfalls ein damals prominentes Opfer des Faschismus. Schon mit 17 Jahren wurde er als junger Arbeiter Mitglied der KPD und der Freien Gewerkschaften. Nach der Machtübernahme der Nazis kam er wiederholt für einige Wochen in „Schutzhaft“. Mit Kriegsbeginn wurde Alfred Knieper im Rahmen der sog. A-Kartei-Aktion verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Verdienste erwarb er sich als Pfleger auf der Tbc-Station des Häftlingskrankenbaus.

Nach der Befreiung aus dem KZ Buchenwald kehrte er nach Montabaur zurück. Er wurde dort Leiter der Fürsorgestelle Opfer des Faschismus, bald darauf kommissarischer 1. Regierungsdirektor und ständiger Stellvertreter des Regierungspräsidenten des damals neu gebildeten Regierungsbezirks Montabaur und dann auch Regierungsvizepräsident in Montabaur. Daneben war Knieper beim Aufbau der KPD aktiv. 1946 wurde er Mitglied der Leitung der KP Rheinland/Hessen-Nassau, Vertreter der KPD in der Unterkommission für Verfassungsfragen der Gemischten Kommission und 1947 Mitglied des Landesvorstandes der KPD. 1948 wurde er Landesvorsitzender der VVN.

Der Text der Rede, den Alfred Knieper am 1. August 1948 bei der Einweihung des Mahnmals gehalten hat, ist nicht überliefert. Einen Eindruck vermittelt aber seine Rede zur 1. Landesdelegiertenkonferenz der VVN Rheinland-Pfalz am 8. und 9. November 1947 in Bingen. Damals führte Alfred Knieper u.a. aus:

Opfer des Faschismus sein, heißt aber: Kämpfer sein! Kämpfer für demokratisches Recht, für Menschenwürde und Freiheit und wenn alle in dieser Einheitsfront ehrlicher Demokraten Stehenden die Gedanken zurückwenden an jene Toten der Hitler-Tyrannei, dann klingt dieser Ruf aus in ein Gelöbnis an die Toten, in eine Mahnung an die Lebenden und vor allen Dingen in einen Ruf an die Jugend, zusammenzustehen im Geiste wahrer Demokratie für die Ideale der Gleichheit, der Freiheit und der Brüderlichkeit.

Und unter Bezugnahme auf den Schwur von Buchenwald beendete Alfred Knieper seine Rede mit den Worten:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau der neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren Ermordeten und ihren Angehörigen schuldig. Auch jetzt stehen wir wieder in der ersten Reihe im antifaschistischen Kampf. Wir sind bereit, das deutsche Volk aus der Katastrophe und dem faschistischen Zusammenbruch in eine bessere Zukunft zu führen. Wir wollen Mitkämpfer und Mitarbeiter sein für ein antifaschistisches, freies und wahrhaft demokratisches Deutschland.

1. Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Alfred Knieper bei seiner Ansprache zur Einweihung des
Mahnmals für die Opfer des Faschismus auf dem Waldfriedhof Mainz-Mombach am 1. August 1948.

In den dann folgenden 70 Jahren ist viel geschehen. Alphonse Kahn wurde wegen seiner herausgehobenen Mitgliedschaft bei der KPD im Jahr 1950 vom Ministerpräsidenten Peter Altmeier aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Die Klage Kahns hiergegen wies das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz ab. Alfred Knieper drohte dasselbe Schicksal. Daraufhin trat er aus der KPD aus. Da die VVN als eine kommunistisch unterwanderte Organisation galt, legte er den Landesvorsitz der VVN nieder und trat auch aus der VVN aus. Zur gleichen Zeit schloss der Vorstand Knieper als „Renegaten“ aus der VVN aus. Nur mit äußerster Mühe gelang es ihm, seine Entlassung als Beamter zu verhindern, eine Abberufung als Regierungsvizepräsident war aber unausweichlich. Im April 1951 erließ die Landesregierung Rheinland-Pfalz dann - anders als andere Landesregierungen - die Landespolizeiverordnung über das Verbot verfassungswidriger Vereinigungen und ihrer Tätigkeit. Damit wurde insbesondere die VVN auf dem Gebiet des Landes Rheinland-Pfalz verboten.

Dieses Verbot ist nie ausdrücklich aufgehoben worden. Es ist formell weiter gültig. Durch die zwischenzeitliche Entwicklung ist es meiner Meinung nach aber außer Kraft getreten, in anderen Ländern hat es das sowieso nicht gegeben. Wie auch die heutige Veranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus zeigt, ist die VVN/BdA ein wichtiger und integraler Bestandteil der Erinnerungskultur. Die Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz braucht die VVN/BdA und die VVN/BdA sollte sich weiter bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz engagieren.

Die Mahnung des Schwurs von Buchenwald und auch die Alfred Kniepers gilt heute wie damals. Aber die Zeiten haben sich geändert. Der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und übersteigertem Nationalismus ist schwieriger als früher. Die Gegner sind moderner und zum Teil auch intellektueller geworden, nutzen gefährlich die Medien und sind vernetzt. Einhalt können wir ihnen nur gebieten, wenn wir in der Gedenkarbeit Engagierten zusammen und kraftvoll für unsere Ideale und Werte einstehen, die modernen Medien offensiv nutzen, über die Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten samt ihrer Wurzeln immer wieder aufklären und mit den Schicksalen der Opfer mahnen und warnen. Dazu soll auch die heutige Veranstaltung beitragen!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Die Gedenkfeier endete mit einem weiteren Musikstück vom Trio Klezmers Techter.

 

 

Einen Pressebericht aus Allgemeine Zeitung Mainz, vom 09.04.2018, HIER lesen (Online-Ausgabe)

 

 


 

Koblenz und die Erinnerungskultur

Ein weiteres Mal hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig seine Reihe „Erinnerung an NS-Opfer“ im „Schängel“ fortgesetzt. Diesmal beschäftigt er sich mit der Erinnerungskultur, die schon beim letztjährigen Gedenktag für die NS-Opfer und auch an dem 27. Januar 2018 von Politikern – sehr unterschiedlich – thematisiert und in jüngster Zeit gerade in Koblenz vom Koblenzer Oberbürgermeister und auch der Kulturdezernentin als beispielhaft hervorgehoben wurde.

Lesen Sie dazu HIER den Artikel im „Schängel“ Nr. 14 vom 4. April 2018.

 

 


 

Stolperstein-Putzen zur Erinnerung und gegen Hass.

Am 22. März 2018 trafen sich Jugendliche der Amadiyya-Gemeinde Koblenz und unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig zum Putzen von „Stolpersteinen“. Anlass war ein dreifacher: An diesem Tag jährte sich zum 76. Mal die 1. Deportation von Juden aus Koblenz und Umgebung „nach dem Osten“ und damit in den Holocaust. Auch war die diesjährige Woche der Brüderlichkeit (11. – 18. März 2018) gerade beendet und die beiden Wochen gegen Rassismus (12. bis 25. März 2018) neigten sich dem Ende zu. Es gab also genug Anlass, sich an die Menschheitsverbrechen der Nazis und ihrer Opfer zu erinnern.

Über diese gelungene Veranstaltung berichtete der „Schängel“ Nr. 13 vom 28. März 2018 in seiner Reihe „Erinnerung an NS-Opfer“.

Lesen Sie dazu den Artikel HIER und betrachten Sie die nachfolgende Bilderstrecke.


 
 

 

 


 

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