Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Erinnerung an die Schönstatt-Schwester Maria Hilfrich.

Oft sind es die Gedenktage, die Anlass zur Erinnerung an NS-Opfer sind. So ist es jetzt mit dem Gedenken an die Schönstattschwester Maria Hilfrich. Die in Niederselters geborene christliche Frau war viele Jahre - mit Ausnahme der Zeit ihrer Verfolgung durch das NS-Regime - Lehrerin in Siershahn. Trotz "Schutzhaft" und Verschleppung in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrücvk ließ sie sich von ihrem Glauben und ihren Idealen nicht abbringen. Nach der Verfolgung wurde sie nicht nur Leiterin "ihrer" Volksschule in Siershahn, sondern dort auch erste Ehrenbürgerin. Vor 45 Jahren, am 1. Oktober 1965, starb sie in Siershahn. Maria Hilfrich ist selbst nach Jahrzehnten nicht vergessen. Dies zeigt der Artikel im Lokalanzeiger Bad Camberg vom 28. Juli 2010 HIER LESEN. An die Schönstattschwester Maria Hilfrich erinnert auch der Förderverein Mahnmal Koblenz in seiner Dauerausstellung und in der Präsentation auf dieser Homepage. (Tafel 003)


Erinnerung an Anneliese und André Hoevel.


Im Foyer der Volkshochschule erinnern jetzt zwei Ausstellungstafeln an die Widerstandskämpfer Anneliese und André Hoevel. Nach vielen Jahren findet so das Gedenken an diese unerschrockenen Gegner des NS-Regimes einen würdigen Ort.
Seit Ende der 1940er Jahre heißt die entlang der Bahnlinie im Rauental verlaufende Straße „Hoevelstraße“. Jahrzehnte lang führte sie dort zwischen Bahndamm und Boelcke-Kaserne ein Schattendasein. Seit der Konversion der Kaserne hat sich das geändert. Ansässig wurde die Zentrale Besoldungs- und Versorgungsstelle der Oberfinanzdirektion, die Volkshochschule, die Musikschule und das Kommunale Studieninstitut. Dadurch gelangte die Hoevelstraße mehr und mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Man erinnerte sich auch wieder der Namensgeber Anneliese und André Hoevel:
Schon am Ende der Weimarer Republik traten die beiden der Kommunistischen Partei bei und kämpften für die Rechte der Arbeiter sowie gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Von Beginn der Naziherrschaft an wurden sie verfolgt, kamen in „Schutzhaft“, wurden wegen ihrer Gesinnung verurteilt, saßen im Gefängnis und im Zuchthaus, wurden jahrelang in Konzentrationslagern eingesperrt. Endlich in Freiheit, zogen sie im Frühjahr 1939 nach Koblenz, um dort den Gemüse- und Obstgroßhandel des unerwartet verstorbenen Schwagers in der Trierer Straße 97 zu übernehmen. Das Geschäft brachten sie zum Erblühen und die beiden knüpften Kontakte zu alten Freunden, ehemaligen Mithäftlingen und Gleichgesinnten. Sie bildeten in Koblenz eine kleine Widerstandsgruppe. Das Radiohören und das Verbreiten antifaschistischer Nachrichten wurden ihnen zum Verhängnis. Ende November 1941 entdeckte die Gestapo die Gruppe und verhaftete Anneliese und André Hoevel in Koblenz. Wegen Hochverrats und Rundfunkverbrechens wurden sie zum Tode verurteilt und am 28. August 1942 in der Haftanstalt Frankfurt/Main-Preungesheim mit dem Fallbeil hingerichtet.
Vor Jahren machte der Förderverein Mahnmal Koblenz das Schicksal dieser beiden wohl bedeutendsten Widerstandskämpfer in Koblenz publik. Ergebnis war u.a. je eine Tafel mit der Biografie der beiden in der Dauerausstellung des Vereins. Diese Tafeln übergab jetzt der Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Dr. Frank Tiedemann der Volkshochschule.


Über den würdigen Ort zur Erinnerung an Anneliese und André Hoevel freuen sich der Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Dr. Frank Tiedemann (Mitte), die Leiterin der Volkshochschule Nicole Kuprian und Kulturdezernent Detlef Knopp.

Einen Pressebericht von "Blick aktuell" Ausgabe Koblenz, Ausgabe 29/2010 vom 24. Juli 2010 können Sie HIER lesen

 


 

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