Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

20 Jahre Förderverein Mahnmal Koblenz

Am 8. November 2017 feiert unser Förderverein sein 20-jähriges Bestehen. Dabei blickt er zurück auf zwei Jahrzehnte Gedenkarbeit
für NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung.

Die Initiative zum Verein ging 1996 von der Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Koblenz-Rauental aus. Sie wollte einem früheren Mitglied ihrer Gemeinde, Anna Speckhahn, die wegen ihres Eintretens für ihren Glauben im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück bei Fürstenberg/Havel umgekommen war, ein Denkmal setzen. Im Frühjahr 1997 gründete sich dann der Verein. Seine Aufgabe sah er in der Errich­tung eines Mahnmals für alle Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz. Dies verfolgte er konsequent und erfolgreich, so dass schon am 23. August 2001 das Mahnmal auf dem Reichensperger Platz ein­geweiht werden konnte.

Mit der Errichtung des Mahnmals war ein Ziel des Vereins erreicht. Weitere Aufgaben nahm er eben­so engagiert in Angriff. Dazu gehörten von Anfang an die Gedenkstunde mit christlich-jüdischem Gebet am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, und dann auch die Statio am Mahnmal. Begleitet wurde dieser Prozess der Aufarbeitung und Aufklärung zu den Verbrechen Hitler-Deutschlands und der Erinnerung an die Opfer durch umfangreiche Recherchen in zahlreichen Archiven und deren Publizierung in Artikelserien in Zeitungen, einer ersten und bis heute gültigen Studie zu „Verfolgung und Widerstand in Koblenz 1933 – 1945“, zahlreichen Vorträgen und Auf­sätzen.

Zum Gedenktag 2003 erarbeitete der Verein zu einer Wanderausstellung über Frauen im Konzentra­tionslager erstmals einen eigenen regionalen Teil. Diesen entwickelte er weiter und präsentierte im Jahr 2005 erstmals eine eigene Ausstellung über NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung. Diese wurde Jahr für Jahr erweitert. Teile davon waren wiederholt im Landtag in Mainz, auch in der KZ-Gedenk­stätte Osthofen sowie in Schulen und Behörden in Koblenz und Umgebung zu sehen. Sie umfasst inzwischen 121 Personentafeln mit Biografien von NS-Opfern und zeigt die ganze Breite der Verfol­gung und die Vielfalt des Widerstandes.

Seit 2005 arbeitet der Verein an einer multimedialen Darstellung von Verfolgung und Widerstand 1933 – 1945 in Koblenz und Umgebung. Inzwischen hat er sechs einstündige Dokumentationen zu Schicksalen in der NS-Zeit produziert. Das „Flaggschiff“ des Vereins ist seitdem seine Homepage. Er hat den Ehrgeiz, diese – mangels anderer Möglichkeiten und aus Überzeugung – zu einem virtuellen NS-Dokumentationszentrum Koblenz auszubauen. Es wäre das erste dieser Art in Deutschland. Schon jetzt sind dort die vielfältigen Vereinsaktivitäten der vergangenen 20 Jahre ebenso festgehalten wie die gesamte Dauerausstellung mit den 121 Biografien nebst zahlreichen ergänzenden Dokumenten. Außerdem gibt es auf der Homepage vielfältige Informationen zu den Stätten der Verfolgung und zu NS-Tätern aus Koblenz und Umgebung. Schon jetzt wird die Homepage sehr gut angenommen. Im letzten Jahr hatte sie den millionsten Gast, täglich sind es zwischen 600 und 800 Besucher. Mithilfe von Sponsoren, die der Verein für seine Arbeit unbedingt benötigt und dringend sucht, soll dieses Angebot für die Gedenkarbeit im nördlichen Rheinland-Pfalz noch ergänzt, vor allem um die sehr zahlreichen Vorträge und Aufsätze des stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig sowie um Filmsequenzen erweitert werden.

Der Förderverein Mahnmal Koblenz ist wiederholt anerkannt und ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Koblenzer Bürgerpreis 2017. Das Motto dieses Preises könnte das des Vereins sein: „Voraus­schauend engagiert: real, digital, lokal“.

Der Vorsitzende Dr. Jürgen Schumacher lädt aus Anlass des 20-jährigen Bestehens zur Festveran­staltung am Mittwoch, dem 8. November 2017, im Historischen Rathaussaal, Eingang vom Jesuitenplatz, um 19. 00 Uhr ein.

Dr. Jürgen Schumacher wird die Gäste begrüßen. Grußworte werden die Kulturdezernentin der Stadt Koblenz Frau Dr. habil. Margit Theis-Scholz und der Bürgerbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz Dieter Burgard, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz, sprechen. Der stellvertetende Vorsitzende Joachim Hennig wird in einem Vortrag (mit Powerpoint-Präsentation) 20 Jahre Förderverein Mahnmal und Gedenkarbeit in Koblenz und Umgebung Revue passieren lassen.

 

Presseberichte (zusammengefasst: Rhein-Zeitung, Koblenzer Schängel) HIER lesen

 

 

 

 



 


Protokoll der 25. Mitgliederversammlung des Fördervereins Mahnmal Koblenz

21. August 2017, 19.00 Uhr, im Truppendienstgericht Süd, Mainzer Straße, Koblenz.

Anwesend waren die aus der Teilnehmerliste ersichtlichen Mitglieder.

Beginn der Sitzung: 19.00 Uhr.

TOP 1        Begrüßung durch den Vorsitzenden

Dr. Jürgen Schumacher begrüßte die Erschienenen und eröffnete die Versammlung.
Bzgl. der mit der Einladung bekanntgegebenen Tagesordnung bestanden keine Änderungs- bzw. Ergänzungswünsche.
Sodann wurden die weiteren Tagesordnungspunkte (TOP) wie folgt behandelt:

TOP 2        Genehmigung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung

Das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung wurde ohne Änderungen/Ergänzungen angenommen. Dr. Jürgen Schumacher dankte Eberhard Pförtner für die Erstellung.

TOP 3:     Rechenschaftsbericht des Vorstands (14.09.2016-21.08.2017)

Joachim Hennig trug zu den Aktivitäten des Fördervereins im Berichtszeitraum vor.
Im Einzelnen wurde u. a. hierüber informiert:

Vortrag und Aufsatz Joachim Hennig (J.H.) sowie Zeitungsartikel zum Thema „Fliegermorde“ als Kriegsendeverbrechen.

70. Wiederkehr der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse; Dokumentation des SWR und Biografie über Hitlers Innenminister Wilhelm Frick von J.H.

7 ganzseitige Folgen zum Thema „70 Jahre Rheinland-Pfalz“ in Blick aktuell von J.H.

2. Ausgabe der Mitteilungen von K3; halbjährliche, digitale Informationsschrift einer Initiative von Koblenzer Kulturvereinen. Unser Beitrag: Flucht und Vertreibung aus Deutschland 1933 – 1945.

Homepage des Fördervereins, seit Beginn in 2005, mittlerweile der millionste Besucher. Monatlich 23.000 Gäste, täglich 700. Umfängliche Überarbeitung und Ergänzung in Arbeit.

Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2017. 3-wöchige Ausstellung des Fördervereins „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ aus Anlass der 75. Wiederkehr der ersten Deportationen von Juden aus Koblenz und Umgebung, in der City-Kirche

Gedenkgang am Jahrestag der 1. Deportation am 22. März mit der Christlich jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit, dem Freundeskreis Koblenz-Petah Tikva und dem DGB von der Steinschule in KO-Rauental zum Güterbahnhof Lützel.

Vorstellung des Fördervereins und seiner Arbeit im Online-Magazin der Sparkasse Koblenz.

Völlig unzureichende Unterbringung der Dauerausstellung des Vereins in der Besenkammer des Mutter Beethoven Hauses in Ehrenbreitstein.

Finanzielle und personelle Situation des Fördervereins.


Dr. Jürgen Schumacher dankte dem stellvertretenden Vorsitzenden für den Überblick und wies darauf hin, dass der Förderverein im Berichtszeitraum gute und allseits anerkannte Gedenkarbeit geleistet hat.

TOP 4:     Bericht des Schatzmeisters und der Kassenprüfer

Alexander Wolff stellte den Kassenbericht vor und erläuterte die einzelnen Posten sowie das Gesamtergebnis: (von der Wiedergabe wird hier abgesehen)

Die Buchführung erwies sich als korrekt, sämtliche notwendigen Belege sind vorhanden und die vorgenommenen Ausgaben sind sämtlich begründet. Die Kassenführung entspricht ohne Einschränkung den Vorgaben in der Satzung des Fördervereins.
Dr. Jürgen Schumacher dankte dem Schatzmeister und der Kassenprüferin Monika Sauer für Ihr Engagement

TOP 5:     Aussprache zu TOP 3 und 4

Es ergab sich kein Diskussionsbedarf.

TOP 6:     Entlastung des Vorstandes

Dem Schatzmeister Alexander Wolff wurde auf Antrag durch einstimmigen Beschluss der anwesenden Mitglieder bei eigener Enthaltung Entlastung bzgl. der Kassenführung erteilt.

Dem Vorstand des Fördervereins wurde auf Antrag durch einstimmigen Beschluss bei jeweils eigener Enthaltung der Vorstandsmitglieder Entlastung erteilt.

TOP 7:     Neuwahl des Vorstandes

Frau Ilona Schumacher wurde vom Vorsitzenden mit der Wahlleitung beauftragt.

Da außer Bodo Zielinski alle bisherigen Vorstandsmitglieder erneut kandidierten und außer Siegfried Hesse, der sich auf die frei gewordene Position des 2. Beisitzers bewarb, keine weitere Person für ein Vorstandsamt kandidierte, erfolgte die Wahl der Vorstandsmitglieder offen und als Blockwahl.

Es kandidierten sämtliche Vorstandsmitglieder ohne Gegenkandidaten auf ihre bisherigen Vorstandsämter. Siegfried Hesse kandidierte ohne Gegenkandidaten auf die Position des 2. Beisitzers. Sämtliche Kandidatinnen/Kandidaten wurden einstimmig per Handzeichen gewählt und nahmen die Wahl an.

TOP 8:     Wahl der KassenprüferInnen

Frau Monika Sauer wurde mit ihrem Einverständnis in Abwesenheit bei einer Enthaltung per Handzeichen gewählt. Frau Helmi Jahnke war nicht anwesend und hatte auch nicht bei der Kassenprüfung mitgewirkt. Frau Margot Brink kandidierte als Einzige für die Position der zweiten Kassenprüferin und wurde ebenfalls bei einer Enthaltung per Handzeichen gewählt.

Dr. Jürgen Schumacher dankte allen Gewählten für ihr Engagement für den Förderverein.

TOP 9:     Haushalts- und Programmübersicht

In der näheren Zukunft sind u.a. folgende Aktivitäten in der Planung:

Verleihung des Bürgerpreises der Stadt Koblenz an den Förderverein Mahnmal. Preisgeld: 1000 €

Nächste Ausgabe von K3 zum Schwerpunktthema „70 Jahre Land Rheinland-Pfalz“ mit Beitrag des Fördervereins über NS-Opfer die in der frühen Nachkriegszeit politisch aktiv waren.

Treffen zur Erinnerungskultur am 20. Oktober 2017 mit Kulturdezernentin Dr. Theis-Scholz.

Festveranstaltung zum 20jährigen Bestehen des Fördervereins am 8. November im Historischen Rathaussaal

Vortrag J.H. zum Thema „Verfolgung und Widerstand 1933 -1945 im heutigen nördlichen Rheinland-Pfalz“ am 13. September vor dem Geschichtsverein Nickenich

Vorstellung des Buches zum „Eisernen Buch“ in Bad Kreuznach Ende Oktober mit einer größeren Biografie von J.H. zu „Hitlers Innenminister Dr. Wilhelm Frick“.

Weiterbetreiben der Umbenennung der „Friedrich-Syrup-Straße“ in „Anna Speckhahn Straße“.
Aufsatz J.H. mit dem Untertitel „Dr. Friedrich Syrup, die Stadt Koblenz und die Erinnerungskultur“.

Sondersitzung des Landtages Rh.-Pf. am 27. Januar 2018 in Koblenz mit dem Thema „Justiz im Dritten Reich“. Festredner ist der emeritierte Prof. Dr. jur. Michael Stolleis, Frankfurt/Main. Beginn der Sondersitzung wird um 11.00 Uhr im neuen Justizzentrum in Koblenz sein. Anschließend wird es wie üblich für geladene Gäste einen kleinen Empfang des Landtages geben. Der Landtag ist im Gespräch mit der Stadt Koblenz, damit die Teilnehmer auch die weiteren Gedenkveranstaltungen in Koblenz besuchen könnten.

In Mainz präsentiert der Landtag die Wanderausstellung der Justizakademie von NRW „Der Dolch des Mörders war unter der Robe des Juristen verborgen“. Ausstellungseröffnung ist am 10. Januar. Sie geht bis Freitag nach Schwerdonnerstag.
      Die Stadt Koblenz wird zu diesem Gedenktag eine Wanderausstellung präsentieren, deshalb diesmal keine     
      Ausstellung unseres Fördervereins.

Zweitägige Tagung des Landtages in Koblenz am 31.01. und 01.02.2018 mit dem Thema „NS-Psychiatrie, Krankenmorde, Zwangssterilisationen“.

Wanderausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1993 – 1945 in der Gedenkstätte KZ Osthofen zum 27. Januar 2018 mit dem Titel „Nichts war vergeblich. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ mit Roll up-Bannern und einer „Regionalisierung“.

Aufsatz „Werwolf im südlichen Hunsrück“ von J.H.

Kontakte zum Landesverband Rh.-Pf. der Kriegsgräberfürsorge.

Planung einer Veranstaltung zum 9. November 2018 „80 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938“.

TOP 10:    Verschiedenes

Frau Edith Sauerbier wies mittels eines Flyers für den DGB auf Veranstaltungen der „Initiative Kein Vergessen“ zur Erinnerung an die Ermordung Frank Bönischs auf dem Zentralplatz hin, die sich heuer zum 25. Mal jährt.
In Boppard wurden – noch nicht endgültig befestigte – Stolpersteine gestohlen; wohl wegen des Metallwerts.
Am Mahnmal soll eine Tafel angebracht werden, die in Deutsch/Englisch/Japanisch auf das Mahnmal und seinen Sinn hinweist, des Weiteren ein Hinweis auf die Homepage des Vereins mit entsprechendem Barcode.


Dr. Jürgen Schumacher bedankte sich bei den erschienenen Mitgliedern für ihr Engagement und die Teilnahme und beendete die Mitgliederversammlung um 19:55 Uhr.

Koblenz, den 30. August 2017



Eberhard Pförtner                            Dr. Jürgen Schumacher
  - Schriftführer -                                - Vorsitzender –




Einladung

Am Mittwoch, dem 8. November 2017 findet um 19:00 Uhr ein Festakt zum 20jährigen Bestehen des Fördervereins Mahnmal im historischen Rathaussaal in Koblenz statt, zu dem alle Mitglieder und Freunde des Fördervereins herzlich eingeladen sind.


 

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