5. und letzter Teil der Geschichte der Juden in Koblenz (1945 bis heute) erschienen
Rechtzeitig zum Gedenken an den Novemberpogrom (die sog. Reichspogromnacht) ist jetzt der letzte Teil der Geschichte der Juden in Koblenz erschienen. Darin schildert Joachim Hennig auf mehr als 200 Seiten die sehr wechselvolle Geschichte der jüdischen Kultusgemeinde nach dem Holocaust und Krieg bis zur Gegenwart.
Im Mittelpunkt der frühen Zeit steht der 24-jährige Addi Bernd, der als einziger Koblenzer Jude den Holocaust überlebt hatte und in seine Heimatstadt zurückgekehrt war. Den Wieder- bzw. Neuaufbau der Gemeinde organisierte er mit wenigen Juden, die in „Mischehe“ mit „Ariern“ verheiratet, zunächst verschont geblieben waren, dann aber vor der drohenden Deportation doch noch untertauchen mussten. Nach dem gelungenen Aufbau verließ Addi Bernd Koblenz und Deutschland - enttäuscht über die misslungene Entnazifizierung und um als junger Mann sein Glück in den USA zu suchen und zu finden.
Im Folgenden schildert Hennig vor allem die schwierige und langwierige Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts und die Konsolidierung der kleinen Gemeinde. Diese war vor allem dem Engagement zurückkehrender Juden geschuldet, wie den weiteren Vorsitzenden Leonhard Baer und Julius Günther mit ihren Familien.
Einen großen Raum nehmen die ab 1985 stattgefundenen Heimatbesuche ehemaliger jüdischer Koblenzer ein. Diese früheren Nachbarn hatten vor den Holocaust noch fliehen können und zumeist in Israel und Übersee eine neue Existenz aufbauen und zum Teil Karriere machen können. Jetzt, im Alter, kehrten sie auf Zeit zurück, fanden alte Freunde und knüpften neue Freundschaften, dabei erinnerten sich an ihre Kindheit und Jugendzeit. Ihre Berichte über die schönen und die schlimmen Jahre, die Hennig ausführlich wiedergibt und kommentiert, sind nicht nur ein Stück Familiengeschichte, sondern auch ein Teil Stadtgeschichte – Stadtgeschichte, die nur noch in der Erinnerung weiterlebt. Geprägt wurden diese Jahre um die Jahrhundertwende von dem langjährigen Vorsitzenden Dr. Heinz Kahn, der als Auschwitz- und Buchenwald-Überlebender immer wieder in Schulen über sein Leben und Überleben berichtete.
Zum Abschluss der 900-jährigen Geschichte der Juden in Koblenz erzählt Hennig von den jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion. Mit dem gegenwärtigen Vorsitzenden Avadislav Avadiev an der Spitze haben sie inzwischen in Koblenz Fuß gefasst, die Gemeinde mit anderen Akzenten neu belebt und ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Juden in Koblenz aufgeschlagen.
Dieser Teil 5 der Geschichte der Juden wurde wie die Teile 1 bis 4 gefördert von der Leitstelle Kriminalprävention des Ministeriums des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Der Autor Joachim Hennig dankt beiden Institutionen für ihre wiederholte freundliche Förderung. Ohne sie wäre dieses sehr umfangreiche Projekt nicht möglich gewesen.
![]() |
![]() |
![]() |
Lesen Sie hier den 5. und letzten Teil der Geschichte der Juden in Koblenz https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Aus%20der%20Geschichte%20der%20Juden%20in%20Koblenz_Teil5.pdf |
![]() |
Teil 1: Von den Anfängen (1. Hälfte des 12. Jahrhunderts) bis 1871 https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Aus%20der%20Geschichte%20der%20Juden%20in%20Koblenz_Teil1.pdf
|
![]() |
Teil 2: Im Kaiserreich (1871-1918) und in der Weimarer Republik (1918-1933) https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Aus%20der%20Geschichte%20der%20Juden%20in%20Koblenz_Teil2.pdf
|
![]() |
Teil 3: In der NS-Zeit (1933-1938) https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Aus%20der%20Geschichte%20der%20Juden%20in%20Koblenz_Teil3.pdf
|
![]() |
Teil 4a: In der NS-Zeit II (1938-1945) – https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Aus%20der%20Geschichte%20der%20Juden%20in%20Koblenz_Teil4a.pdf
|
![]() |
Teil 4b: In der NS-Zeit II (1938-1945) – https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Aus%20der%20Geschichte%20der%20Juden%20in%20Koblenz_Teil4b.pdf
|








