Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Für eine Straßenbenennung nach Friedrich Erxleben
 
Im "Schängel" setzt unser stellvertreteneder Vorsitzender Joachim Hennig seine Reihe zur "Erinnerung an NS-Opfer" fort. Am Schluss seiner Darstellung der höchst problemtischen Straßennamen zur NS-Zeit in Koblenz kommt er noch einmal auf den NS-Funktionär Hanns Maria Lux zu sprechen und plädiert dafür, die Hanns Maria Lux-Straße auf dem Asterstein in Friedrich Erxleben-Straße umzubenennen. Friedrich Erxleben war gebürtig aus Arenberg, im Ersten Weltkrieg Armeeoberpfarrer, ein Schöngeist und Kenner asiatischer Kunst und Sprachen. Außerdem war er ein großer Musikliebhaber, spielte hervorragend Geige und sang Oratorien. In der NS-Zeit gehörte er zu der konservativ-bürgerlichen Teegesellschaft des Solf-Kreises. Befreundet war er u.a. mit dem Schriftsteller Carl Zuckmayer und dem späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Der Solf-Kreis kritisierte das NS-Unrechtsregime, einzelne Mitglieder leisteten aktiven Widerstand, halfen Juden u.a.m. Nachdem die Gruppe denunziert worden war, kam Erxleben in Konzentrationslager und Gefängnisse und wurde vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Mit großem Glück überlebte er und kehrte sehr krank, aber vollem Mut nach Koblenz zurück. An der Mosel erfüllte sich noch sein Lebenswunsch: Erxleben wurde in Müden Seelsorger einer kleinen Pfarrgemeinde. 1955 starb Friedrich Erxleben. Sein langjähriger Freund Carl Zuckmayer setzte ihm in seiner Autobiografie "Als wär's ein Stück von mir" ein kleines literarisches Denkmal und beschrieb Friedrich Erxlebens Vermächtnis: "Mut, Leidensbereitschaft und Heiterkeit - das war sein Vermächtnis".
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 41 vom 10. Oktober 2018

 

 


 

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