Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Informationen von 2018

Für eine Straßenbenennung nach Dr. Edwin Maria Landau.
 
Seine Artikelserie im "Schängel" über die "Erinnerung an NS-Opfer" hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig fortgesetzt mit einer Anregung zur Benennung einer Straße nach Dr. Edwin Maria Landau. Landau stammte aus einer jüdischen, zum Protestantismus übergetretenen Koblenzer Familie. Seine seit Ende des 18. Jahrhunderts in Koblenz ansässigen Vorfahren waren Kaufleute, Ärzte und Juristen. Als junger Verleger brachte er die NS-kritische Schrift "Nationalsozialismus vom Ausland gesehen. An die Gebildeten unter seinen Gegnern" heraus. Dies und seine jüdische Herkunft machten ihm eine weitere berufliche Tätigkeit in Hitler-Deutschland unmöglich. Landau emigrierte nach England und Frankreich. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er in südfranzösischen Lagern als "gefährlicher Ausländer" interniert. Nach seiner Flucht aus dem Internierungslager gelang ihm erst bei dritten Versuch die weitere Flucht in die Schweiz. Anschließend lebte er mit seiner dann gegründeten Familie in Zürich, beschäftigte sich jahrzehntelang mit dem Werk des französischen Schruiftstellers und Dichters Paul Claudels, übersetzte seine Werke, schrieb Esasays über ihn und gab seine Gesamtausgabe heraus. Außerdem engagierte er sich stark für den deutschen Schriftsteller Reinhold Schneider. Landau erfuhr zahlreiche Ehrungen, u.a. war er erster Träger des Kulturpreises der Stadt Koblenz. Dr. Edwin Maria Landau starb im Alter von 98 Jahren am 2. Januar 2001 in Zürich.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 51 vom 19. Dezember 2018.


Für eine Straßenbenennung nach Hannelore Hermann
 
Die Erinnerung an die Novemberprogrome vor 80 Jahren am 9./10. November 1938 (sog. Reichspogromnacht), die auch in Koblenz mit zahlreichen Veranstaltungen wach gehalten wurde, rückte wieder die Verbrechen damals und die Menschen, die sie erleiden mussten, in den Vordergrund. Das nahm unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig zum Anlass, in seiner Reihe über die NS-Opfer in Koblenz für die Benennung von Straßen nach jüdischen Koblenzern zu plädieren. Seinen Appell begann er für eine Straßenbenennung nach Hannelore Hermann. Dieses Mädchen, das 1928 als "Nesthäkchen"  in die Koblenzer Familie Leopold und Johanna Hermann und deren Söhne Hans und Kurt hineingeboren wurde, hatte in Koblenz eine schöne Kindheit. Sie endete mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 und brachte vielfältige Schikanen. Schon bald begann der wirtschaftliche Abstieg und die gesellschaftliche Isolierung. Nachdem der Bruder Kurt Ende 1935 nach Palästina ausgewandert war, schwankte die Familie zwischen emigrieren und bleiben. So war die Familie von den Novemberpogromen in Koblenz betroffen. Für Hannelore war das der letzte Schultag auf einer öffentlichen Schule. Der ältere Bruder Hans schaffte noch die Flucht nach England. Die Eltern und Hannelore waren in Nazi-Deutschland gefangen. Nach weiteren Drangsalierungen wurden die in Koblenz gebliebenen drei am 22. März 1942 mit dem ersten Transport "nach dem Osten evakuiert". Dort kamen sie in den Holocaust. Als letztes Lebenszeichen schickten sie einem Sohn eine standardisierte Postkarte, dass es ihnen gut gehe.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 47 vom 21. November 2018.


 

 


 

Eine Straßenbenennung nach Dr. Heinz Kahn
 
Die Stadt Koblenz hat viele, viele Straßen, Plätze und Gassen. Und keine von ihnen ist erkennbar nach einem ehemaligen jüdischen Mitbürger, geschweige denn nach einem Opfer des Nationalsozialismus benannt. Die einzige, scheinbare Ausnahme insoweit ist die Mayer-Alberti-Straße, benannt nach den jüdischen ehemaligen Besitzern der Kuvertfabrik Mayer-Alberti (heute: Kulturfabrik), aber das wissen nur die wenigsten, zumal kein erklärendes Zusatzschild diese Informationen dazu gibt. Stattdessen sind zahlreiche Straßen und auch Plätze nach katholischen Geistlichen benannt. Dies ist ein deutliches Missverhältnis. Wenn auch Koblenz ehemals eine katholisch geprägte Stadt war - und dies auch in den Straßennamen zum Ausdruck kommen soll -, so haben es doch auch frühere jüdische Koblenzer Bürger, gerade auch die Verfolgten des NS-Regimes, verdient, mit einer Straßenbenennung geehrt zu werden. Einer, dem es gebührt, als einer der ersten jüdischen Namensgeber einer Straße in Koblenz zu sein, ist der Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, Tierarzt und langjährige Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz Dr. Heinz Kahn.
 
Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig hat in seiner Schängel-Reihe über die Erinnerung an NS-Opfer für eine Straßenbenennung nach Heinz Kahn nachdrücklich plädiert.
 
Lesen Sie hier den Artikel im "Schängel" Nr. 48 vom 28. November 2018.



 

 


 

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