Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Rückblick auf das Gedenkjahr 2018
 
In seinem ersten Beitrag der Schängel-Serie "Erinnerung an NS-Opfer" blickt unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig auf das Gedenken im Jahr 2018 an NS-Opfer in Koblenz zurück. Die Rückschau gilt einmal den Veranstaltungen des Landtages Rheinland-Pfalz in Koblenz rund um den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2018. Vor allem erinnert er an Werner Appel, den letzten jüdischen "Schängel", der die NS-Zeit in Koblenz erlebt und überlebt und darüber als Zeitzeuge berichtet hat. Werner Appel ist im September 2018 im Alter von 90 Jahren gestorben und hier auf dem jüdischen Friedhof in unmittelbarer Nähe seiner Eltern Adolf und Gertrud Appel beerdigt. Zuvor war Werner Appel im März  der Pater Paul Eisenkopf-Preis der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit verliehen worden. Im August war er mit Angehörigen noch auf "Heimatbesuch" in seiner Geburtsstadt Koblenz. Werner Appels Leben und Überleben hat Hennig zum Anlass genommen, im Heimatbuch des Landkreises Mayen-Koblenz 2019 einen Aufsatz über "Die Geschwister Appel und ihre 'stillen Helden'" zu veröffentlichen. Darin schildert er auch die Lebensgeschichte seiner beiden jüngeren Schwestern Ruth und Marlene und wie alle drei Appel-Kinder mithilfe verschiedener "stillen Helden" den Holocaust in Koblenz und Umgebung haben überleben können. Harausragend dafür war das Engagement des Schaustellers und Fuhrunternehmers Theo Ehrhardt. Unter Einsatz seines Lebens versteckte Theo Ehrhardt jahrelang Werner Appel in seinem Betrieb und sorgte auch für das Überleben seiner Schwestern und seiner Mutter. Wer mehr über "Die Geschwister Appel und ihre 'stillen Helden'" erfahren will, sei das 312-seitige Heimatbuch des Landkreises Mayen-Koblenz 2019 empfohlen. Es enthält mehr als 70 weitere Beiträge, ist reich bebildert und kann im örtlichen Buchhandel für 6,60 € erworben werden.
 
Lesen Sie HIER den Beitrag von Hennig im "Schängel" Nr. 1 vom 2. Januar 2019.

 


 

Für eine Straßenbenennung nach Dr. Edwin Maria Landau.
 
Seine Artikelserie im "Schängel" über die "Erinnerung an NS-Opfer" hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig fortgesetzt mit einer Anregung zur Benennung einer Straße nach Dr. Edwin Maria Landau. Landau stammte aus einer jüdischen, zum Protestantismus übergetretenen Koblenzer Familie. Seine seit Ende des 18. Jahrhunderts in Koblenz ansässigen Vorfahren waren Kaufleute, Ärzte und Juristen. Als junger Verleger brachte er die NS-kritische Schrift "Nationalsozialismus vom Ausland gesehen. An die Gebildeten unter seinen Gegnern" heraus. Dies und seine jüdische Herkunft machten ihm eine weitere berufliche Tätigkeit in Hitler-Deutschland unmöglich. Landau emigrierte nach England und Frankreich. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er in südfranzösischen Lagern als "gefährlicher Ausländer" interniert. Nach seiner Flucht aus dem Internierungslager gelang ihm erst bei dritten Versuch die weitere Flucht in die Schweiz. Anschließend lebte er mit seiner dann gegründeten Familie in Zürich, beschäftigte sich jahrzehntelang mit dem Werk des französischen Schruiftstellers und Dichters Paul Claudels, übersetzte seine Werke, schrieb Esasays über ihn und gab seine Gesamtausgabe heraus. Außerdem engagierte er sich stark für den deutschen Schriftsteller Reinhold Schneider. Landau erfuhr zahlreiche Ehrungen, u.a. war er erster Träger des Kulturpreises der Stadt Koblenz. Dr. Edwin Maria Landau starb im Alter von 98 Jahren am 2. Januar 2001 in Zürich.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 51 vom 19. Dezember 2018.


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