Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

„Zug der Erinnerung“ – regional und virtuell

 

 

Vom 6. bis 8. März 2009 machte der „Zug der Erinnerung“ Station im Koblenzer Hauptbahnhof. Die Resonanz war an allen drei Tagen überwältigend. Nicht nur am ersten Tag, einem Freitag, gab es durch die Schülerinnen und Schüler einen Besucheransturm. Nein, das Interesse setzte sich nach Schulschluss am Freitagnachmittag und insbesondere dann am Samstag und am Sonntag fort. Mehr als 6.000 Besucher sahen in Koblenz den „Zug der Erinnerung“. Besonders erfreulich war das Interesse junger Erwachsener und junger Familien - von Menschen, die die Gedenkarbeit in Koblenz sonst nicht so erreicht. Am Sonntag warteten mehr als 2.500 Menschen geduldig oft länger als zwei Stunden, um in den Zug eingelassen zu werden. Kurz nach 16.00 Uhr ging dann aber nichts mehr: Die für den Zug Verantwortliche empfahl den Dazukommenden, sich nicht mehr anzustellen. Denn voraussichtlich hatten sie keine Gelegenheit mehr, die Ausstellung zu sehen. Um 19.30 Uhr waren dann noch die letzten, zahlreiche Besucher im Zug, ehe er um 20.00 Uhr Koblenz in Richtung Mainz verließ.

Der „Zug der Erinnerung“ war für die Gedenkarbeit in Koblenz ein großer und unerwarteter Erfolg. Gerade auch der regionale Teil der Ausstellung, der von unserem Förderverein Mahnmal Koblenz dem „Zug“ zur Verfügung gestellt wurde, fand ein großes und reges Publikumsinteresse. Dafür möchten wir uns vom Förderverein bei allen Besuchern sehr herzlich bedanken!

Bei der Begleitung der Veranstaltung hatten wir manchmal aber auch den Eindruck, dass der einzelne Besucher wenig Zeit hatte, die 16 regionalen Ausstellungstafeln gebührend zur Kenntnis zu nehmen. Nicht wenige haben sie wegen des Andrangs gar nicht sehen können. Um allen Besuchern des „Zuges der Erinnerung“ und anderen Interessierten unseren regionalen Ausstellungsteil in Ruhe zur Kenntnis zu bringen, haben wir uns entschlossen, hier die Ausstellung noch einmal „virtuell“ zu präsentieren. Wer (noch einmal) diese Ausstellung mit insgesamt 16 Schicksalen von Kindern und Jugendlichen aus Koblenz und Umgebung nachlesen will, ist dazu herzlich eingeladen.

Diese 16 Kinder und Jugendlichen haben in Koblenz und Umgebung gelebt und sind von hier deportiert worden – oder auch nach hier deportiert worden (das gab es auch). Die Tafeln sind Teil einer Ausstellung des Fördervereins Mahnmal Koblenz.

Porträtiert werden dabei vier jüdische Kinder und Jugendliche. Drei dieser NS-Opfer wurden in den Osten, zwei nach Auschwitz, deportiert, eines konnte vor der Deportation noch fliehen. Eine andere große Opfergruppe waren die deutschen „Zigeuner“, die Sinti – wie man sie heute nennt. In der Ausstellung werden zwei Kinder gezeigt, die von Koblenz aus ebenfalls in den Osten, eines nach Auschwitz-Birkenau, verschleppt wurden. Weiterhin stellen wir vier Jugendliche dar, die in Jugendorganisationen, Jugendgruppen aktiv waren. Zwei davon, zwei 16-jährige junge Katholiken, wurden erst auf der Burg Stahleck bei Bacharach am Rhein gefange
n gehalten und dann in das Jugend-Konzentrationslager Moringen bei Göttingen verschleppt. Schließlich porträtieren wir drei sog. „Euthanasie“-Opfer. Sie wurden in jungen Jahren, weil die Nazis sie einfach zu „lebensunwertem Leben“ erklärten, in der Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg durch Giftgas und durch Verhungern Lassen ermordet. Weiterhin werden zwei Mädchen, junge Frauen dargestellt, die einfach „so“ in die Terrormaschinerie der Nazis geraten waren. Eine deshalb, weil sie unangepasst lebte und sie – wie man früher sagte – häufig wechselnden Geschlechtsverkehr gehabt haben soll. Letztlich porträtieren wir noch drei Ausländer. Das ist einmal der junge französische Widerstandskämpfer Roger Detournay, der als 18-Jähriger ins KZ Buchenwald und von dort in das KZ-Außenlager „Rebstock“ bei Dernau an der Ahr verschleppt wurde. Das sind weiterhin zwei junge ukrainische Frauen. Sie wurden aus ihrer Heimat zur Zwangsarbeit nach Koblenz gebracht. Hier fiel die eine von ihnen den Nazis auf, weil sie nicht hart und willig genug arbeitete. Daraufhin brachte man sie wieder dorthin, wo sie herkam. Man deportierte sie nach Auschwitz-Birkenau, wo sie bald darauf ermordet wurde.

 

Hier noch einmal die (Link-)Liste der Biografierten

  • 01. Heinz Kahn (jüdischer junger Mann aus Hermeskeil, lebt seit Jahrzehnten in Polch)

  • 02. Daweli Reinhardt (Sinto-Kind aus Koblenz)

  • 03. Gertrud Roos (junge Frau aus Bendorf)

  • 04. Willi Lohner und Clemens Wagner (junge Katholiken aus Bell/Andernach)

  • 05. Maria K. (Zwangssterilisierte junge Frau aus der Nähe von Ahrweiler)

  • 06. Hannelore Hermann (jüdisches Mädchen aus Koblenz)

  • 07. Hans Blumensatt (junger „Swinger“ aus Lahnstein)

  • 08. Willy und Horst Strauß (Kinder eines Juden aus Bad Ems)

  • 09. Roger Detournay (junger französischer Widerständler, war Häftling im KZ-Außenlager in Dernau/Ahr)

  • 10. Eva Salier, geb. Hellendag (jüdisches Mädchen aus Koblenz-Horchheim)

  • 11. Michael Böhmer (Sinto-Kind aus Koblenz)

  • 12. Lydia Gritschenko (ukrainische Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz)

  • 13. Alois Gass („Euthanasie“-Opfer aus Koblenz)

  • 14. Edgar Lohner (Junge der „Bündischen Jugend“ aus Andernach/Bonn)

  • 15. Warwara T. (ukrainische Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz)

  • 16. Addi Bernd (jüdischer junger Mann aus Koblenz)

 

Förderverein Mahnmal: Neuer Vorstand.

Am 8. Juni 2009 blickte der Förderverein Mahnmal Koblenz bei seiner Mitgliederversammlung auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Der Vorsitzende Kalle Grundmann begrüßte die recht zahlreichen erschienenen Mitglieder und wünschte der Versammlung einen guten Verlauf.

Zunächst erstattete er den Bericht des Vorstandes, der von weiteren Vorstandsmitgliedern noch ergänzt wurde. Insgesamt ergab sich für die Vereinsarbeit in der Zeit vom 12. Juni 2008 (letzte Mitgliederversammlung) bis zum 8. Juni 2009 (diesjährige Mitgliederversammlung) folgendes Bild:

Zunächst gelang es, den Kontakt zu Schulen zu verbessern. So zeigten wir im September 2008 aus Anlass des Einzuges der Julius-Wegeler-Schule in die sanierten Gebäude der ehemaligen Fachhochschule auf der Karthause Teile unserer Dauerausstellung.

Ein herausragendes Ereignis waren dann die Veranstaltungen zur 70-jährigen Wiederkehr der Novemberpogrome am 9. November 2008. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen, weil es erstmals gelungen ist, die in der Gedenkarbeit in Koblenz zumindest sporadisch engagierten Initiativen unter dem Dach des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz an einen Tisch und zu einem aufeinander abgestimmten und gemeinsam beworbenen Programm zusammen zu bringen. Und zum anderen, weil wir vom Förderverein ein sehr gutes Programm anbieten konnten, das auch in großem Umfang angenommen wurde.

Unter der Ägide des Präsidenten des Oberlandesgerichts Koblenz, Herrn Bartz, der auch Mitglied unseres Fördervereins ist, und mit tatkräftiger Unterstützung von Frau Richterin am Oberlandesgericht Darscheid, die ebenfalls Mitglied bei uns ist, trugen wir mit einer Ausstellung und mit Begleitveranstaltungen im Oberlandesgericht Koblenz maßgeblich zum Gelingen dieser Gedenkveranstaltungen bei. Dabei waren wir es, die die diese Veranstaltungsreihe eröffneten und dann auch beendeten. Die Ausstellung im Oberlandesgericht war eine Doppelausstellung, die übrigens unter der Schirmherrschaft von Justizminister Dr. Bamberger, der auch Mitglied unseres Fördervereins ist, stand. Unter dem Motto „Vergessen heißt Verbannung, Erinnern ist der Pfad der Erlösung“ wurden zum einen 16 Aquarelle von Teofila Reich-Ranicki, die sie im Warschauer Ghetto gemalt und dann dort hinausgeschmuggelt hatte, und zum anderen 16 Personentafeln mit jüdischen NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung von unserer Dauerausstellung gezeigt – wobei der Förderverein für die Ausstellung noch einige Tafeln neu erarbeitet hatte. Sehr eindrucksvoll war die Ausstellungseröffnung am 30. Oktober 2008. Glanzpunkt waren die Anwesenheit von Teofila Reich-Ranicki und ihres Mannes Marcel Reich-Ranicki wie auch die Ansprache hierbei, die sich Marcel Reich-Ranicki nicht nehmen ließ. Der stellvertretende Vorsitzende unseres Vereins, Joachim Hennig, gab noch eine Einführung in die Doppelausstellung. Im Rahmenprogramm hielt Hennig außerdem noch einen Vortrag zum Thema „Die Diskriminierung, Ausschaltung und Ermordung jüdischer Juristen aus Koblenz und Umgebung“ und leitete ein Zeitzeugengespräch mit dem Koblenzer jüdischen Glaubens Werner Appel. Zu dieser Thematik veröffentlichte Hennig auch noch einen größeren Aufsatz, der unter dem Titel „Die jüdische Juristenfamilie Brasch“ Ende 2008 im Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte erschienen ist.

Im Herbst letzten Jahres setzte Hennig die vor acht Jahren von ihm begonnene Vortragsreihe bei der Volkshochschule Koblenz über Verfolgung und Widerstand in Koblenz fort und porträtierte diesmal drei Täter.

Zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, der traditionell im Zentrum unserer Gedenkarbeit steht, waren wir im Jahr 2009 gleich mehrfach aktiv. Das begann mit der Präsentation von Teilen unserer Dauerausstellung im Rathaus von Höhr-Grenzhausen unter dem Titel „Gegen das Vergessen – Nicht irgendwo, sondern hier bei uns!“. Zu dem Kontakt kam es durch einen großen Aufsatz, den Joachim Hennig über den Höhr-Grenzhausener Kommunisten und NS-Verfolgten Alfred Knieper geschrieben hatte. Das war eine gute Veranstaltung außerhalb von Koblenz, bei der auch Angehörige von Alfred Knieper – zwei sind übrigens Mitglieder unseres Vereins - anwesend waren.

Zum 27. Januar hier in Koblenz präsentierten wir unter dem Titel „Steine des Anstoßes – Biografien und Stolpersteine für NS-Opfer in Koblenz“ im Landeshauptarchiv Koblenz 16 Personentafeln von NS-Opfern, für die inzwischen in Koblenz „Stolpersteine“ verlegt wurden. In die Ausstellung führte Herr Kreutz von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit in Koblenz ein. Im Beiprogramm zur Ausstellung wurden weitere sechs Stolpersteine in Koblenz verlegt – inzwischen haben wir 51 solcher Stolpersteine. Außerdem hielt unser Vorstandsmitglied Dr. Georg Lilienthal einen Vortrag zum Thema „Euthanasie-Opfer in Koblenz“ und Herr Kreutz führte einen Kreis Interessierter zu den einzelnen im Stadtgebiet verlegten Stolpersteinen.

Erwähnt werden muss auch, dass der Landtag von Rheinland-Pfalz seine inzwischen mehrjährige Tradition fortsetzte, zum 27. Januar eine Ausstellung zu präsentieren und eine Sondersitzung abzuhalten. Die Sondersitzung fand diesmal in der Pfalzklinik in Klingenmünster statt und unser Vorstandsmitglied Georg Lilienthal hielt die Festansprache vor dem Plenum des Landtages.

Unsere eigene Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2009 verlief dabei wieder in den bewährten Bahnen. Sie begann mit einer Statio am Mahnmal am Reichensperger Platz, bei der Herr Oberbürgermeister die Namen der NS-Opfer verlas, denen die Ausstellung im Landeshauptarchiv gewidmet war. Bei der anschließenden Veranstaltung in der Christuskirche gedachten Herr Oberbürgermeister Dr. Schulte-Wissermann und unser Vorsitzender Kalle Grundmann in der bekannten eindringlichen Weise der NS-Opfer in Koblenz und darüber hinaus. Den Ausklang bildete wieder das christlich-jüdische Gebet.

Das waren für unseren kleinen Verein und seine wenigen aktiven Mitglieder schon ganz erhebliche Aktivitäten, die bewältigt werden mussten. Aber das war nicht alles, es sollte noch eine Steigerung geben. Veranlasst war das durch den „Zug der Erinnerung“. Ohne unser Zutun kam dieser Zug vom 6. bis 8. März 2009 nach Koblenz. Das ergab sich für den „Zug“ so aus seiner Fahrt von Bonn nach Mainz und weiter nach Ludwigshafen, an den Bodensee und schließlich bis nach Auschwitz. Der Aufenthalt des „Zugs“ hier war ein Geschenk für unsere Gedenkarbeit, aber auch eine große Herausforderung. Aufgrund unserer Außenkontakte wurden wir von den Initiatoren um die Finanzierung und die Organisation des Aufenthalts in Koblenz gebeten. Unser Förderverein konnte nur seine Unterstützung beim Herstellen von Kontakten hier vor Ort und die Programmgestaltung anbieten. Die finanzielle Beteiligung vor Ort war schwierig, konnte aber letztlich dann doch gut sichergestellt werden. Wesentlich dazu beigetragen haben dazu auch die sehr reichlichen Spenden der Besucher. – Ich hätte mir gewünscht, wir vom Förderverein hätten nur ein Zehntel der Spenden bekommen, den die Initiatoren des Zuges der Erinnerung hier eingestrichen haben. Nun ja. Für die Organisation des Aufenthaltes konnte der Deutsche Gewerkschaftsbund – Region Koblenz –, der Mitglied unseres Vereins ist, gewonnen werden.

Vor allem für die inhaltliche Seite des „Zuges der Erinnerung“ in Koblenz war wie gesagt unser Förderverein verantwortlich. Dafür haben wir mit 16 Personentafeln unserer Dauerausstellung die Ausstellung im Zug um einen regionalen Teil ergänzt. Zu dem regionalen Teil haben wir an den drei Tagen Führungen angeboten. Engagiert haben sich dabei unsere Mitglieder Rudolf Grimm, Elmar Ries, der Vorsitzende der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit Hans-Werner Schlenzig und vor allem die Eheleute Bodo und Gertrud Zielinski. Eine Hilfe hierbei - wie auch bei den anderen Ausstellungen - war ebenfalls Herr Heinz Rinck, der bei solchen Aktivitäten immer ansprechbar ist. Wer wie sie den „Zug“ hier in Koblenz an mehreren Tagen begleitet hat, stimmt sicherlich der Feststellung zu, dass dies ein sehr großer „Event“ und eine sehr gute Werbung für die Gedenkarbeit waren. An diesen drei Tagen haben mehr als 6.000 Besucher die Ausstellung gesehen – und das waren vor allem Leute, die man sonst nicht so sieht, junge Leute, junge Familien. Dabei wurde gerade auch der von uns gestaltete regionale Teil sehr gut angenommen.

Auch das von uns gestaltete Beiprogramm fand große Aufmerksamkeit. Es begann schon am Vorabend, am Donnerstag, mit einem Zeitzeugenbericht von Herrn Dr. Heinz Kahn. Am Freitag folgte der preisgekrönte Spielfilm „Das Heimweh des Walerian Wrobel“. Am Samstag präsentierten wir wieder ein Zeitzeugengespräch mit Herrn Werner Appel. Der Höhepunkt war dann am Sonntag. Der Tag begann mit einer Matinee zum Thema Sinti in Koblenz. Zunächst berichtete Joachim Hennig über die Geschichte der Zigeuner in Deutschland, dann über die Verfolgung der Sinti in der NS-Zeit und las aus seinem Buch „100 Jahre Musik der Reinhardts – Daweli erzählt sein Leben“ vor. Anschließend schilderte unser Vereinsmitglied Django Reinhardt die Situation der Sinti nach dem Krieg. Umrahmt war die Veranstaltung von Musik der Zigeuner, die die Reinhardts, Mike und Django sowie Germaine und Taylor, darboten. Im Laufe des Tages zeigte unser Förderverein nochmals den Film „Das Heimweh des Walerian Wrobel“ sowie die beiden von uns selbst produzierten Filme über Dr. Heinz Kahn und über den französischen Widerstandskämpfer Roger Detournay und das KZ-Außenlager Rebstock. Auch diese Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Bei der Morgenveranstaltung waren es 130 Besucher. Es war im Übrigen ein Glücksfall, dass wir für dieses Beiprogramm vom Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz Räumlichkeiten im Kurt-Esser-Haus am Bahnhof zur Verfügung gestellt bekommen haben. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen.

Das große Interesse an dem überregionalen Event des „Zug der Erinnerung“ hat der Verein zum Anlass genommen, kurzfristig seine Homepage noch weiter zu aktualisieren und zu verbessern. Das ist auch gelungen. Unsere Homepage ist eine wirkliche Erfolgsstory. Ende Februar 2008 hatten wir 100.000 Besucher. Zurzeit, nach weiteren 15 Monaten, sind es mehr als 156.000 Besucher. An manchen Tagen hatten wir mehr als 250 Besucher täglich und im Durchschnitt 125 Besucher täglich. Zurzeit sind es ziemlich konstant 85 Besucher täglich! Zudem wissen wir aufgrund unserer Statistik, dass sich die Besucher generell zahlreiche Seiten der Homepage ansehen – in den letzten Wochen sind es 600 Seiten täglich - und auch viele Seiten herunterladen.

Sehr erfreulich war und ist es, dass der Kontakt zu Lehrern und Schülern intensiviert werden konnte. So konnten wir unsere Gedenkarbeit vor Lehramtsanwärtern des Studienseminars für Grund- und Hauptschulen. Die Präsentation war so erfolgreich, dass der Leiter, Herr Herz, eine solche Informationsveranstaltung zur Gedenkarbeit in Koblenz zu einem festen Bestandteil in der Lehrerausbildung machen will. Ebenso erfreulich ist, dass Herr Werner Appel wiederholt als Zeitzeuge in Schulen war, zuletzt in der Julius-Wegeler-Schule. Herr Bodo Zieleinski hat dabei sehr zum Gelingen beigetragen. Vor wenigen Tagen habe ich übrigens von einer Schülerin, die ich beim Geschichtswettbewerb um den Preis des Bundespräsidenten als Tutor bei einer Arbeit über Anneliese Hoevel betreut habe, gehört, dass sie eine der Landessieger von Rheinland-Pfalz ist und damit am Endentscheid um die Bundespreise teilnimmt. Gestern habe ich noch von einer anderen Schülerin, der ich zum Einstieg in die Gedenkarbeit für die Zeugen Jehovas verholfen habe, dass sie ebenfalls Landessiegerin geworden sind.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Gedenkarbeit des Fördervereins Mahnmal Koblenz Aufmerksamkeit und Anerkennung auch in persona erfahren hat. Hierzu gehört, dass mir für die Gedenkarbeit in Koblenz im letzten Jahr der Kulturpreis der Stadt Koblenz 2008 verliehen wurde. Außerdem bin ich seit einiger Zeit stellvertretender Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz.

Nach diesem Überblick über die wesentlichen Aktivitäten des Fördervereins und der Gedenkarbeit, wie sie von seinen Mitgliedern getragen wird, erstattete der Schatzmeister, Herr Alexander Wolff, den Kassenbericht. Er konnte von einer erfreulichen Zunahme der Einnahmen berichten. Sie ergaben sich einmal – bei weiterhin gleich bleibender Höhe der Mitgliedsbeiträge – aus der steigenden Zahl der Mitglieder und zum anderen aus einem Anstieg der Privatspenden nach Anzahl und Höhe – beides ein gutes Zeichen für die immer bessere Arbeit des Fördervereins und deren Darstellung in der breiten Öffentlichkeit.

Die Kassenprüferinnen Frau Birgit Gellert und Frau Helmi Jahnke stellten fest, dass die Kassenführung ordnungsgemäß und sehr transparent sei.

Daraufhin wurde der gesamte Vorstand entlastet.

Mit diesen Erfolgen ging nicht nur das abgelaufene Jahr zu Ende, sondern auch die Amtszeit von Kalle Grundmann als Vorsitzendem. Schon seit längerem hatte er erklärt, dass nach 11 Jahren an der Spitze des Fördervereins für ihn ein Wechsel zwingend sei. In einer kleinen Ansprache hob Kulturdezernent Detlev Knopp Herrn Grundmanns großes Engagement für die Gedenkarbeit in Koblenz und Umgebung hervor und dankte namens des ganzen Vereins für die geleistete Arbeit. Der Vorstand verabschiedete mit Dank für die langjährige erfolgreiche Arbeit auch Frau Margot Brink und Frau Birgit Gellert, beides Gründungsmitglieder, die ebenfalls nicht mehr kandidierten. Frau Brink war langjährige Schatzmeisterin und zuletzt Beisitzerin, Frau Gellert langjährige Kassenprüferin.

Als neuen Vorsitzenden konnte der Verein Herrn Dr. Frank Tiedemann gewinnen. Ihm zur Seite steht weiterhin ein bewährtes Team: Wieder gewählt wurden die Herren Heribert Heinrich, MdL, und Joachim Hennig als stellvertretende Vorsitzende, Herr Eberhard Pförtner als Schriftführer, Herr Alexander Wolff als Schatzmeister und Herr Dr. Georg Lilienthal als Beisitzer. Als weiterer Beisitzer wurde Herr Bodo Zielinski gewählt. Kassenprüferinnen wurden Frau Helmi Jahnke und Frau Monika Sauer. In einer kurzen Ansprache dankte Frank Tiedemann für das Vertrauen. Er kündigte an, sich verstärkt um die Werbung neuer Mitglieder zu bemühen und die gute Arbeit und die schon in Angriff genommenen weiteren Projekte des Vereins nach Kräften zu fördern. Herr Grundmann sagte dem neuen Vorsitzenden für einen gleitenden Übergang seine Unterstützung zu und die Versammlung wünschte dem neuen Vorsitzenden viel Erfolg.

Die Mitgliederversammlung schloss mit einem Ausblick auf die weitere Arbeit des Vereins. Im Vordergrund stehen dabei die Erarbeitung eines Dokumentarfilms über den Koblenzer Zeitzeugen Werner Appel sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Schulen. Auch beginnen jetzt schon die Planungen für den 27. Januar 2010. Dabei will der Verein wiederum versuchen (wie bereits zum 27. Januar 2007), Teile seiner Dauerausstellung unter einer bestimmten Thematik im Landtag des Landes Rheinland-Pfalz präsentieren zu können.

Fotos: H. Rinck

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