Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Homepage des Fördervereins und virtuelle Ausstellung "Hugo Salzmann" jetzt auch in überregionaler Presse.


Mit Freude können wir vermelden, dass die Arbeit unseres Fördervereins Mahnmal Koblenz und gerade die für die virtuelle Ausstellung "Hugo Salzmann" inzwischen Interesse und Anerkennung in den Redaktionsstuben von Berlin gefunden haben. Jetzt ganz aktuell und offenbar beim Durchstöbern des Internets ist die Tageszeitung "Neues Deutschland" auf uns aufmerksam geworden. In einem online gestellten Artikel berichtet die überregionale Tageszeitung über die virtuelle Ausstellung: "Hugo Salzmann (1903 - 1979) - Kommunist, Gewerkschafter und Künstler aus Bad Kreuznach" und findet anerkennende Worte. Wünschen wir - auch mit diesem "Rückenwind" aus Berlin - unserer Homepage und der virtuellen Ausstellung "Hugo Salzmann" eine noch größere Verbreitung!

 

Link: http://www.neues-deutschland.de/artikel/831156.nicht-alltaegliche-ehrung.html


 

Zur Erinnerung an Marcel und Teofila Reich-Ranicki

 

Die Zeitungen und Zeitschriften sind voll mit Nachrufen und Würdigungen Marcel Reich-Ranickes, der vor wenigen Tagen im Alter von 93 Jahren gestorben ist. Deutschland und die Literaturwelt darüber hinaus trauern um den bedeutendsten deutschen Literaturkritiker. Damit hat sich ein langes und überaus sehr wechselhaftes Leben erfüllt. Marcel Reich-Ranicki selbst hat die Anfangsjahre festgehalten in seiner Autobiografie „Mein Leben“. Sie wurde zu einem Erfolgsbuch, die auch für das Fernsehen verfilmt wurde.

Über dem scharfzüngigen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vergisst man fast den Zeitzeugen, der als junger Jude im von Hitler-Deutschland besetzten Polen viel erleben und erleiden musste.

Mit dieser Autobiografie hat Marcel Reich-Ranicki zugleich seiner im April 2011 verstorbenen Frau Teofila ein literarisches Denkmal gesetzt. Seine Frau, mit der er bis zu ihrem Tod 69 Jahre verheiratet war, lernte er im Warschauer Ghetto im Jahr 1940 kennen und lieben. Die beiden gingen dann im wahrsten Sinne des Wortes „durch dick und dünn“. Erst mussten die beiden um ihre nackte Existenz im Warschauer Ghetto kämpfen, dann gelang ihnen die Flucht, um schließlich bis zur Befreiung von Hitler-Deutschland illegal und versteckt in dem besetzten Polen zu leben.

Mit Dankbarkeit erinnert sich unser Förderverein Mahnmal Koblenz an den Besuch von Marcel und Teofila Reich-Ranicki am 30. Oktober 2008 in Koblenz. Beide hatten es sich – obwohl sie nicht mehr sehr mobil waren – nicht nehmen lassen, von Frankfurt/Main anzureisen und die Ausstellung „Vergessen heißt Verbannung. Erinnern ist der Pfad der Erlösung“ im Oberlandesgericht Koblenz zu eröffnen. Gezeigt wurden 16 Originalbilder von Teofila Reich-Ranicki, die diese im Warschauer Ghetto gezeichnet hatte. Ergänzt wurde die Ausstellung durch 16 Lebensbilder jüdischer Koblenzer, die der stellvertretende Vorsitzende unseres Fördervereins erarbeitet hatte. Die Ausstellungseröffnung durch die Eheleute Reich-Ranicki war sicherlich eine der letzten öffentlichen Veranstaltungen der beiden. Umso mehr und lieber erinnert sich der Förderverein mit Dank an Marcel und Teofila Reich-Ranicki und an die bewegende Ausstellungseröffnung durch diese beiden Überlebenden des Holocaust in Koblenz.

Foto: Marcel Reich-Ranicki bei der Ausstellungseröffnung im Oberlandesgericht Koblenz am 30. Oktober 2008


 

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