Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Erzählcafé zu Hugo Salzmann am 20. März 2013 mit Julianna Salzmann, Joachim Hennig und einer kleinen Skulpturen- Ausstellung.

Der "erzählende Vortrag/Erzählcafé" von Julianna Salzmann und Joachim Hennig am 20. März im Schlossparkmuseum in Bad Kreuznach war rundherum gelungen. Herr Räpple von der Stiftung Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach konnte ein volles Haus begrüßen. Die über 50 Gäste, die zum Teil auch aus der näheren Umgebung gekommen waren, erlebten dabei Stadtgeschichte zum Anfassen. Das begann schon damit, dass Frau Salzmann einige Skulpturen ihres Vaters in der Runde herumreichte und diese beschrieb. Sodann berichtete sie mit vielen historischen Fotos und assistiert von Joachim Hennig über das Leben und Wirken ihres Vaters, die Verfolgung und Emigration ihres Vaters und seiner Frau Julianna und vom Tod ihrer Namensgeberin im Frauen-Konzentrationslager Ravens-brück. Mit großem Interesse und mit Anteilnahme verfolgten die Gäste die Stationen seines Lebens und wie sich in ihnen vor der NS-Diktatur und dann auch wieder danach die Heimatgeschichte widerspiegelte. Immer wieder griff das Publikum die dargebotenen Bilder und Geschichten auf und brachte sich und die eigene Erinnerung in die Erzählung ein. Zwei Stunden lang wurde das Leben des Kommunisten, Gewerkschafters und Künstlers Hugo Salzmann und seiner Familie wieder lebendig. Auch noch danach suchten Bekannte und Verwandte der erst vor zwei Jahren verstorbenen dritten Frau Salmanns, Maria Salzmann, den Kontakt zur Tochter. So gab es noch danach ein vielstimmiges "hallo". Viel zu früh musste man auseinander gehen, aber die Zeit war schon sehr fortgeschritten. Es war sicherlich für zahlreiche Kreuznacher ein Erlebnis - auch für Julianna Salzmann, die schon an ein Treffen in privaterem Rahmen denkt.

 

 


 

Vor 80 Jahren: "Judenboykott"


Vor 80 Jahren, am 1. April 1933, fanden die ersten reichsweiten antisemitischen Repressalien gegen jüdische Bürger, vor allem gegen Geschäftsleute, Ärzte und Rechtsanwälte, statt. Aus diesem Anlass zeigt die Justiz in Koblenz ab dem 16. April 2013 im Neuen Justizzentrum Koblenz eine kleine Ausstellung mit dem Thema: "Dr. Georg Krämer (1872 - 1942) und andere jüdische Koblenzer Juristen". Auf Einladung des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts und des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz Dr. Lars Brocker, des Genereralstaatsanwalts Koblenz Erich Jung und des Leitenden Oberstaatsanwalts Koblenz Harald Kruse wird der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Joachim Hennig einen einführenden Vortrag zur Ausstellung halten. Die Ausstellung zeigt neun Porträts jüdischer Koblenzer Juristen, die zum Teil speziell für die Ausstellung vom Förderverein Mahnmal Koblenz erarbeitet wurden. Ergänzend zu dieser Erinnerung an das historische Judentum in Koblenz stellt der Geostratege und Autor Dr. Hubertus Hoffmann seine Biografie über den Sohn Dr. Georg Krämers Dr. Fritz Kraemer vor: "True Keeper of the Holy Flame". Anders als sein Vater konnte Fritz Krämer vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen. Er war bald nach dem Krieg bis 1978 der einflussreichste Deutsche im US-amerikanischen Verteidigungsministerium, dem Pentagon. Er war dann auch Mentor von Dr. Hoffmann, der den vor einigen Jahren verstorbenen Dr. Fritz Kraemer einschließlich seiner bisher verborgenen jüdischen Wurzeln in Koblenz und Umgebung einer breiten Öffentlichkeit vorstellt.

Der Eintritt zur Ausstellung, die bis zum 7. Mai 2013 im Neuen Justizzentrum Koblenz, Deinhardpassage 1, in der Zeit von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu sehen ist, ist frei.

 

Den offiziellen Flyer mit Einladung HIER herunterladen

 

 


 

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