Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Dokudrama über unbekannte Helden im Südwesten - auch hier bei uns.
 
Unser Förderverein möchte die Leser darüber informieren, dass der SWR am Sonntag, dem 3. Mai 2020, um 20.15 Uhr das Dokudrama "Unbekannte Helden im Südwesten" ausstrahlen wird. Dieser Spiel- und Dokumentarfilm ist auch unter Mitwirkung unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig erarbeitet worden und wird hier sehr empfohlen. Dazu hat unsere Förderverein die nachfolgende Presseerklärung herausgegeben:

PRESSEERKLÄRUNG:

Der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. möchte auf einen Spiel- und Dokumentarfilm mit dem Titel „Unbekannte Helden im Südwesten“ hinweisen. Dieses "Dokudrama", das unter Mitwirkung unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig entstanden ist, sendet das SWR-Fernsehen am Sonntag, dem 3. Mai 2020, um 20.15 Uhr.

In dem 90-minütigen Film, der von der AV Medien Film und Fernsehen GmbH im Auftrag des SWR erarbeitet wurde, werden fünf Geschichten von unbekannten Helden aus dem heutigen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz präsentiert. Ursprünglich waren vier Geschichten aus Baden-Württemberg und zwei aus Rheinland-Pfalz vorgesehen. Die zwei rheinland-pfälzischen Helden stammten aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und ihnen lagen Vorarbeiten unseres Fördervereins zugrunde. Das waren zum einen der Koblenzer Schausteller Theo Ehrhardt, der Lebensretter des hier untertauchenden jüdischen Jungen Werner Appel, und zum anderen der Anführer der katholischen Michaeltruppe, Willi Lohner und Hans-Clemens Weiler, die in der Vulkaneifel mit einer großen Gruppe Jugendlicher Widerstand gegen die Nazis leisteten. Die Biografie Theo Ehrhardts kam dann letztlich nicht zustande, weil die Szene auf dem Rummelplatz mit Karussell, in einem solchen versteckte Theo Ehrhardt den jüdischen Jungen bei Kontrollen immer wieder, wegen der COVID-19-Beschränkungen nicht gedreht werden konnte.

Die Geschichte der Michaeltruppe mit Willi Lohner und Hans-Clemens Weiler als unbekannte Helden aus der Vulkaneifel ist aber ein wichtiger Beitrag dieses Dokudramas.

Dazu hat der SWR die nachfolgende Presseerklärung herausgegeben:

75 Jahre nach Kriegsende:

Krufter Michaeltruppe als Dokudrama im SWR

Kurz vor dem Jahrestag des Kriegsendes vor 75 Jahren erinnert der SWR daran, dass es auch in der Vulkaneifel mutigen Widerstand gegen das NS-Willkürsystem gegeben hat. Die Geschichte der Michaeltruppe rund um Willi Lohner und Hans-Clemens Weiler ist Teil des Doku-Dramas „Unbekannte Helden“.

Schon im November 1942 sammelten Lohner und Weiler gleichgesinnte Jugendliche in der Geheimorganisation um sich. Konspirativer Treffpunkt der bis zu 50 Mitglieder war die Johanneskapelle in Kruft bei Andernach. Die Jugendlichen waren empört von der willkürlichen Verhaftung von Pfarrern und motiviert vom Hirtenbrief des Münsteraner Bischofs von Galen. Sie verteilten konspirativ Flugblätter, spionierten den Militärflughafen Niedermendig aus und bewaffneten sich für den Fall eines gewaltsamen Aufstandes. Die Gruppe flog 1943 auf; Lohner und Weiler wurden zuerst ins Umerziehungslager auf Burg Stahleck gebracht und dann in ein Jugend-KZ in Norddeutschland.

Gedreht wurde der Film unter anderem in und um Kruft, in Koblenz, aber auch am Rande der Schwäbischen Alb in Blaustein und der Olgahöhle in Lichtenstein. Zu Wort kommen unter anderem Franz Reiff, selbst Mitglied der Michaeltruppe und ehemalige Krufter Ortsbürgermeister, der Bruder von Willi Lohner und mit Joachim Hennig und Dr. Pia Nordblom zwei Experten der NS-Geschichte im Rheinland-Pfalz. Peter Stegmann spielt den jungen Willi Lohner, Lorenz Weh verkörpert Hans-Clemens Weiler und Ralph Hönicke ist der Gestapo-Beamte Paul Ostwald. Über 200 Mitwirkende sind in der aufwendigen Produktion zu sehen, darunter auch prominente Schauspieler wie Ulrike Folkerts und Walter Sittler.

Der Film läuft am Sonntag, 3. Mai, um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen. Ab Mittwoch, 29. April, ist das Dokudrama bereits in der ARD-Mediathek verfügbar.

Zur „Einstimmung“ sendet der SWR ein Interview mit unserem stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig am Mittwoch, dem 29. April 2020, in der Landesschau Rheinland-Pfalz ab 18.45 Uhr.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer sehr umfangreichen Homepage, die wir fortlaufend ergänzen und erweitern. Hier nochmals die Adresse: www.mahnmalkoblenz.de

Unser Förderverein würde sich freuen, wenn er mit diesen Informationen das Interesse an unserer Gedenkarbeit und der im nördlichen Rheinland-Pfalz auch in dieser schwierigen Zeit der Corona-Krise aufrechterhalten könnte.

Mit freundlichen Grüßen aus Koblenz

Dr. Jürgen Schumacher

(Vorsitzender)

Sehen Sie Hier den Vorbericht des SWR (SWR-Mediathek - solange unter wie unter diesem Link erreichbar)

Um einen Vorgeschmack auf die Erstausstrahlung des Films zu geben, hat der SWR den Trailer der AV Medien Film und Fernsehen online gestellt. Er kann mit diesem Link angeschaut werden:

Filmtrailer „Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten“

Der Film von Bernhard Stegmann und Samuel Ackermann erzählt fünf bewegende Geschichten über unbekannten Widerstand am Ende des II. Weltkriegs.

Lesen Sie HIER auch: Eine Schönstattkapelle als Filmkulisse für das Dokudrama „Widerstand im Südwesten“

 

Die Zukunft der Gedenkarbeit.
 
Noch kurz vor Inkraftreten der verschärften Corona-Regelungen hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig auf Einladung des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Rheinland-Süd - Außenstelle  Koblenz - einen Vortrag zur Zukunft der Gedenkarbeit gehalten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Ökumene-Im-Biss" gab Hennig am 10. März 2020 mit Blick auf den aktuellen Geschichtsrevisionismus der Rechten einen Überblick über die Geschichte der Gedenkarbeit seit dem Zweiten Weltkrieg und den jahrzehntelangen Kampf um die Deutungshoheit der NS-Geschichte. Anschließend stellte er die aktuellen Herausforderungen und Probleme der Gedenkarbeit heraus und versuchte, dafür Lösungen - für eine kleine Gedenkstätteninitiative wie unseren Förderverein Mahnmal Koblenz - zu entwerfen. In einer Nachbemerkung zeigte Hennig Aufgabenbereiche auf, in denen in den nächsten Jahren in Koblenz inhaltlich Gedenkarbeit geleistet werden sollte.
 
Lesen Sie HIER den Vortrag von Joachim Hennig: Verantwortung für das geschichtliche Erbe: Wie wird Gedenken in Zukunft aussehen?
 

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