Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Gedenkarbeit in Koblenz und Laubenheim im US-Fernsehen.
 
Die Gedenkarbeit zu dem im Jahr 1944 abgeschossenen und in Laubenheim/Nahe ermordeten US-Flieger Eugene Kalinowsky zieht weitere Kreise. Nachdem unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig im Jahr 2016 über den "Meuchelmord in Laubenheim" in Bad Kreuznach einen Votrag gehalten

( https://www.mahnmal-koblenz.de/PDF_AUF/Vortrag_JH_Der%20Meuchelmord%20von_15_09_2016.pdf )

und im selben Jahr einen großen Aufsatz im Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte veröffentlicht hatte

( https://www.mahnmal-koblenz.de/PDF_AUF/Meuchelmord_Laubernheim.pdf ),

wurde diese Geschichte von den früheren Laubenheimer Bürger Dr. Karl-Heinz Bock aufgegriffen. Auf eigene Initiativ und Kosten ließ Dr. Bock einen Gedenkstein für Eugene Kalinowsky herstellen. Dieser wurde dann am 16. Oktober 2020 von Dr. Bock und in Anwesenheit der Laubenheimer Ortsbürgermeisterin Barbara Sand, unserem stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig und einer Ehrengarde der amerikanischen Air Force offiziell am Ort des 1944 geschehenen Mordes in Laubneheim eingeweiht. Darüber berichtete u.a. Joachim Hennig unter dem Überschrift: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!"in einem größeren Artikel in der Luftwaffen Revue von Dezember 2020

( https://www.mahnmal-koblenz.de/index.php/infos/informationen-von-2020?start=24 )

Dieser Funke der Erinnerung sprang auch in die USA über. So berichtete örtliche Presse in der Heimatstadt des ermordeten Fliegers Eugene Kalinowsky, in Pittsfield/ Massachusetts, darüber. Dann erarbeitete der amerikanische Redakteur Ross Lippman für einen lokalen Fernsehsender einen Filmbeitrag mit der Nichte Euigne Kalinowsky, Carole Brooks. Dieser Film wurde inzwischen am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, am 27. Januar 2020, im US-amerikanischen Fernsehen gesendet. Jetzt hat darüber - und über ein Gespräch mit der Nichte Carole Brooks - auch der Bad Kreuznacher Journalist Wolfgang Bartels in der Allgemeinen Zeitung vom 11. Februar 2021 berichtet.
 
Lesen Sie HIER die Vor-Informationen zu dem amerikanischen Film von Ross Lippman.
 
Der Film ist mit dem nachfolgenden Link auf YouTube zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=ttnSPrNb_co&feature=emb_logo
 
Lesen Sie HIER den Artikel von Wolfgang Bartels vom 11. Febraur 2021 in der Allgemeinen Zeitung
 

Der internationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2021 - unter Corona-Einschränkungen

Presseerklärung des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2021:

 

Seit der Corona-Pandemie ist (fast) alles anders – auch beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2021. Dieses Jahr wird der internationale Gedenktag kaum real, sondern vielmehr online und medial begangen.

Die Gedenkveranstaltung des Landtags findet nicht traditionell in Form einer Plenarsitzung statt, sondern als Online-Gedenkveranstaltung.

Die Gedenkveranstaltung ist unter www.landtag.rlp.de am 27. Januar 2021 ab 11.00 Uhr im Livestream zu sehen.

Auch in Koblenz wird es die seit 20 Jahren stattfindenden Gedenkveranstaltungen in der gewohnten Form nicht geben. Weder finden am 27. Januar 2021 um 17.30 Uhr die Statio am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz noch die sich anschließende Gedenkstunde mit christlich-jüdischem Gebet in einer der Innenstadtkirchen (in den letzten Jahren in der Citykirche) statt. Auch gibt es kein Begleitprogramm, etwa den für den 30. Januar 2021 ursprünglich geplanten Stadtrundrundgang vom Hauptbahnhof zum Mahnmal mit Halt an den auf dem Weg gelegenen Stolpersteinen.

Stattdessen hat die Stadt Koblenz einen Filmbeitrag erarbeitet, der am 27. Januar auf der Homepage der Stadt Koblenz
(
http://www.koblenz.de ) veröffentlicht wird. Der Beitrag wird dann auch auf der Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz zu sehen sein. Von diesem ist geplant, den Stadtrundgang medial nachzuholen und dann ebenfalls auf der Homepage des Fördervereins zu präsentieren.

Real will der Förderverein Mahnmal Koblenz am 27. Januar gegen 18.00 Uhr - lediglich im kleinen Kreis und unter Corona-Beschränkungen - wie es Tradition ist mit der Präsentation von Biografien am Mahnmal der NS-Opfer gedenken. Dies geschieht an dem ab Einbruch der Dunkelheit dauerhaft beleuchteten Mahnmal und im Rahmen des bundesweiten Beleuchtungsflashmobs. Hier der Link, auf dem auch das Mahnmal in Koblenz zu sehen ist:

http://www.lichter-gegen-dunkelheit.de  (http://www.lichter-gegen-dunkelheit.de/ ) 

dann auf Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. klicken

 Familie Hugo Bernd, Friedrich-Ebert-Ring 39

Am diesjährigen Gedenktag stehen die jüdischen Koblenzer Opfer im Mittelpunkt. Anlass dafür ist das soeben begonnene Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin von 321 nach Christus erwähnt die Kölner jüdische Gemeinde. Es gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen. Im Laufe der Zeit siedelten Juden entlang des Rheines. Auf dem Weg in die SCHUM-Städte Mainz, Worms und Speyer ließen sie sich auch in Koblenz und Umgebung nieder. Diese 1700-jährige gemeinsame Geschichte war auch geprägt von Diskriminierung und Verfolgung der Juden durch die Mehrheitsgesellschaft. Ihr absoluter Tiefpunkt war der Genozid, der Holocaust, die Shoa, begangen von Nazi-Deutschland vor nunmehr 80 Jahren.

Daran wird am diesjährigen Gedenktag mit der Erinnerung an 15 jüdische Koblenzer Familien und Einzelpersonen erinnert.

  • Familie Brasch (Dr. Isidor, Emma, Ernst, Dr. Walter, Irma, Jean-Pierre und Ilse Erika Brasch), wohnhaft Rizzastraße 40 (heute Rizzastraße/Ecke Bahnhofstraße) – Biografie HIER
  • Margot und Rudi Kahn (mit ihren Eltern Wilhelm und Jenny Kahn) wohnhaft Rizzastraße 22 – Biografie HIER
  • Familie Bernd (Dr. Hugo, Selma, Rolf, Beate und Hans Bernd), wohnhaft Friedrich-Ebert-Ring 39 – Biografie HIER
  • Familie Salomon (Dr. Arthur, Alma und Ruth Salomon), wohnhaft Friedrich-Ebert-Ring 8) – Biografie HIER
  • Eheleute Landau (Dr. Edwin und Julie Landau), wohnhaft Deinhardplatz 4 – Biografie HIER
  • Günter Stern (= Joe Stirling mit seinen Eltern Alfred und Ida Stern), wohnhaft Görgenstraße 6 – Biografie HIER
  • Geschwister Appel (Max, Julia und Adolf Appel), wohnhaft Kastorstraße 23 bzw. Kastorhof 4 – Biografie HIER
  • Eheleute Treidel (Dr. Isidor und Erna Treidel), wohnhaft Mainzer Straße 10 – Biografie HIER
  • Familie Sonnenberg (Moses, Irma, Paul, Dr. Gerhard Siegfried und Betti Sonnenberg und Karl Blum), wohnhaft Mainzer Straße 10 – Biografie HIER
  • Dr. Georg Krämer, wohnhaft Bismarckstraße 6b - Biografie HIER
  • Hannelore Hermann (mit ihren Eltern Leopold und Johanna Hermann), wohnhaft Johannes-Müller-Straße 6 – Biografie HIER
  • Eva Salier (geb. Hellendag, mit ihren Eltern Simon und Antonie Hellendag), wohnhaft Emser Straße 269 – Biografie HIER
  • Albert Trum, aus Boppard/Koblenz – Biografie HIER
  • Addie Bernd (1. Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz nach dem Krieg) – Biografie HIER
  • Dr. Heinz Kahn (langjähriger Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz) – Biografie HIER

 
Hannelore Hermann (mit Eltern und Brüdern) - Johannes-Müller-Straße 6

 

 

Lesen Sie hier auch das Programmheft des Landtages von Rheinland-Pfalz zu den Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2021.


 
HIER gehts zum Programmheft


Das Programmheft zeigt - zum Stand Anfang Dezember 2020 - die Planungen und Vorbereitungen zu einer Vielzahl von Gedenkveranstaltungen im Landtag, in Mainz und im ganzen Land Rheinland-Pfalz. Diese konnten wegen der Corona-Pandemie gar nicht oder nur in sehr eingeschränktem Umfang oder nur digital und medial stattfinden.
 
Auch die von unserem Förderverein vorgesehenen Veranstaltungen, die auf den Seiten 33 und 34 des Heftes aufgeführt sind, litten unter der Corona-Pandemie. Die Statio am Mahnmal am 27. Januar konnte in der traditionellen Form in einem größeren Rahmen nicht stattfinden. Die Biografien der 15 jüdischen NS-Opfer, der wir in diesem Jahr besonders gedachten, wurden diesmal von unserem Vorsitzenden Dr. Jürgen Schumacher und seiner Egefrau Ilona und unserer Beisitzerin Jutta Frankfurter mit einer Rose und einem Licht am Mahnmal angebracht. Dazu war das Mahnmal, wie jetzt dauernd, angestrahlt.

 



(mit Klick aufs Bild vergrößern
)


 
Die Gedenkstunde mit christlich-jüdischem Gebet in der Kirche musste ganz entfallen. Stattdessen erarbeitete die Stadt Koblenz einen Film zu Gedenken an die NS-Opfer. Darin halten Oberbürgermeister David Langner und Kulturdezernentin Frau Dr. Margit Theis-Scholz Ansprachen. Umrahmt von Musik der Koblenzer Sinti-Familie Reinhardt gedenkt unser Vorsitzender Dr. Schumacher der NS-Opfer und schildert - auch anhand von Familienfotos - das Schicksal der jüdischen Koblenzer Familie Schönewald.
 
HIER gehts zum Film
 
Der für Samstag, den 30. Januar 2021, geplante Stadtrundgang vom Koblenzer Hauptbahnhof zum Mahnmal auf dem Reichensperger Platz musste ebenfalls ausfallen. Es ist geplant, diesen Gang medial (als Film oder digital) alsbald zu erarbeiten und dann hier auf der Homepage zu präsentieren.

All dies und sehr vieles mehr findet man hier auf der Homepage des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V.

 

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